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Fips will Osterhase werden

Osterhase

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Ostern – Osterhasen – Osterhasengeschichte – Fips – Ostereier – Pinsel – Eier – Farben – Ostergeschichte – Meister Lampe – Kindergeschichte

 

Fips will Osterhase werden
© Martina Decker

„Wenn ich einmal groß bin, werde ich Osterhase!“, meinte Fips überzeugt und hoppelte munter neben seiner Mama her.
„Und wenn du nicht aufpasst, endest du als Hasenbraten!“, erwiderte sie erschrocken und riss ihn an den langen Ohren zurück. Im gleichen Augenblick fuhr ein großer Wagen an ihnen vorbei. Fips sah ihm verblüfft nach. Sein Herz raste, der Schreck saß ihm gehörig in den Gliedern. „Den hab ich ja gar nicht …“
„Das kommt von deiner ständigen Träumerei!“, schimpfte Mama Hase. „Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du aufmerksam sein sollst?“ Sie sah ihn streng an.
„Tschuldigung“, murmelte Fips und senkte reumütig den Kopf.
Mama Hase lächelte nachsichtig. Liebevoll strich sie ihm über die großen Ohren. „So, weiter jetzt – Meister Lampe wartet auf uns. Und wir wollen doch nicht zu spät kommen, oder?“
Fips’ Augen begannen zu leuchten. Meister Lampe wollte ihn in die Klasse der Osterhasenschüler aufnehmen. Er wäre sehr begabt, hatte der alte Hase gesagt und dass Fips wunderbar malen könne.
Fips machte einen freudigen Hopser.
„Fips!“, meinte Mama Hase mahnend.
Augenblicklich hielt der kleine Hase inne und schaute erst einmal nach links, dann nach rechts und dann noch einmal nach links.
„So ist es recht!“, lachte Mama Hase, „und nun … hopp hopp! Rüber mit dir, bevor doch noch ein Auto auftaucht.“
Ausgelassen hoppelte Fips über den Asphalt und sprang auf der anderen Seite mit einem Satz ins frische grüne Gras. „Mama, beeil dich! Ich möchte endlich in die Osterhasenschule!“
Fips malte für sein Leben gerne. Er liebte es, den Pinsel in die bunten Farben zu tauchen und damit Papier und Wände zu bemalen. Die Vorstellung, bald auch Ostereier bemalen zu dürfen, machte ihn ganz kribbelig.

„Na, da bist du ja endlich!“ Der alte Hase sah Fips tadelnd an. „Fünf Minuten zu spät! Wer einmal ein guter Osterhase sein will, muss pünktlich sein. “
Fips schaute schuldbewusst drein. „Ich habe …“
„Keine Ausreden, junger Mann! Nun setz dich dort hinten auf den leeren Platz. Der Unterricht beginnt in wenigen Minuten.“
Mit hängenden Ohren schlich Fips auf den angezeigten Platz. „Das fängt ja gut an!“, dachte er.
„Hallo, ich bin Hops. Willkommen in der Schule!“ Der kleine dicke Hasenjunge neben ihm reichte Fips die Pfote. „Und mach dir nichts draus. Meister Lampe ist anfangs immer sehr streng. Aber wenn du es drauf hast, ist er echt cool.“
Fips entspannte sich ein wenig. „Hallo. Ich bin Fips …“
„Haben die Herren in der letzten Reihe jetzt ausgeschwatzt?“ Über den Rand seiner kleinen Brille hinweg sah Meister Lampe Fips und Hops an. Die beiden Jungs zuckten erschreckt zusammen und nickten.
„Dann will ich mit dem Unterricht beginnen.“

Als der Schultag zu Ende war, hatten sie nicht ein einziges Mal gemalt oder gezeichnet. Fips war wahnsinnig enttäuscht. Stattdessen hatte Meister Lampe ihnen eine Formel an die Tafel geschrieben und erklärt, dass man mit ihr die benötigte Farbmenge ausrechnen könne. Er redete von Vorschriften, die man einhalten musste und von Mengenbegrenzungen bei der Ostereiervergabe. Fast nichts davon hatte Fips verstanden. „Und wann malen wir?“, fragte er seinen neuen Freund Hops, als sie sich gemeinsam auf den Heimweg machten.
„Malen?“ Hops lachte. „Ganz zum Schluss. Wenn …“ Er hob mahnend die Augenbrauen, „wenn du vorher alles richtig ausrechnen konntest.“

Tagelang quälte sich Fips also mit Zahlen und danach versuchte er, die vorgegebenen Muster ordentlich mit dem Lineal auf ein Blatt Papier zu zeichnen.
Und dann gab es da noch den Unterricht in Wegekunde. Da betrachteten alle Schüler Straßenpläne und suchten die kürzesten Wege zu einer Adresse, die Meister Lampe ihnen nannte.
Aber Fips übte sich auch im Lesen und Schreiben. Denn, so erklärte Meister Lampe, es gäbe viele Kinder, die würden dem Osterhasen einen Brief schreiben. Den müssten sie dann auch lesen können und ordentlich beantworten.

So hatte sich Fips die Osterhasenschule nicht vorgestellt. Jeden Abend schimpfte er, wenn Mama Hase ihn nach dem Unterricht fragte. Einzig sein neuer Freund Hops gefiel ihm dort. „In den Pausen spielen wir zusammen Fußball! Und manchmal malen wir auch mit einem Stock Bilder in den Sand. Der Hops kann genauso gut malen, wie ich Mama! Schade nur, dass der Sand keine Farben hat.“

Mama Hase wusste, dass Fips trotz aller Maulerei ein guter Schüler war. „Wirst sehen. Bald dürft ihr auch richtig malen“, meinte sie tröstend. „In wenigen Wochen werden die Menschen das Osterfest feiern. Da kann Meister Lampe bestimme jede Hilfe gebrauchen.“

Zwei Wochen später war es endlich soweit. Aufgeregt halfen die kleinen Osterhasenschüler, die vielen Tiegel mit den bunten Farben aus dem Schrank im Klassenzimmer zu räumen. Dicke und dünne Pinsel, kleine Walzen, Schablonen, Lappen und natürlich die Farbpaletten lagen bald auf der großen Wiese vor dem Schulhaus und alle kleinen Häschen hoppelten aufgeregt umher. Das muntere Durcheinander entlockte Frau Sonne ein helles Lachen und warm schickte sie ihre Strahlen hinunter.

Begeistert machte Fips sich an Werk. Tupfte hier, kleckste dort. Verwischte und mischte die Farben und hielt schließlich ein herrlich marmoriertes Ei in den Pfoten.
„Meister Lampe! Meister Lampe … guck mal!“ Stolz hielt er dem alten Hasen das kleine Kunstwerk hin.
Dieser konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Aber dann schüttelte er den Kopf. „Fips! Das mag ja ganz nett aussehen und wenn du magst, nimm es mit nach Hause und schenke es deiner Mama.“ Er holte tief Luft, während Fips ihn ungläubig ansah. „Die Eier, die wir hier bemalen, werden mit vorgegebenen Mustern und Farben angemalt. Hast du denn im Unterricht nicht zugehört? Schließlich sollen sie in den großen Geschäften der Menschen verkauft werden. Ein Ei wie das andere!“ Meister Lampe deutete auf die fertigen Eier von Hops. „Siehst du, Hops macht das richtig. Sechs pinseldicke Streifen in gleichmäßigem Abstand über jedes Ei – gelb, rot, grün, gelb rot, grün.“ Mit einem Nicken wandte er sich ab und schaute bei den anderen Hasenkindern nach dem Rechten.
„Hab ich dir doch gleich gesagt“, wisperte Hops. „Aber du meinst ja immer, du weißt alles besser.“
Fips gab ihm keine Antwort. Maulend saß er im Gras und bemalte ohne jede Freude ein neues Ei. Wenn ihm das doch nur einer vorher gesagt hätte. Niemals wäre er auf die Idee gekommen, Osterhase zu werden.

Am Abend gab er sein wunderschönes Ei Mama Hase und erzählte, dass Meister Lampe es nicht hatte haben wollen.
„Weißt du, mein Kleiner“, sagte sie, „von Schönheit alleine wird niemand satt. Meister Lampe ist sehr stolz darauf, für die großen Lebensmittelmärkte produzieren zu dürfen. Damit verdient er sein Geld. Und schließlich müssen wir ja alle etwas arbeiten und können nicht nur das tun, was uns Spaß macht. Aber ich verrate dir mal ein Geheimnis …“ Mama Hase setzte sich dicht neben Fips. „Meister Lampe bemalt auch Eier für einen Künstlermarkt. Die sind wunderschön und bunt und ganz anders, als die, die ihr in der Schule macht. Er ist ein richtiger Künstler und führt den Pinsel so gekonnt, dass man nur staunen kann. Wenn ich also du wäre“, sie machte eine bedeutungsvolle Pause, „dann würde ich versuchen, auch beim Eierbemalen im Unterricht mein Bestes zu geben. Und wenn du die Schule dann irgendwann beendet hast und ein richtiger Osterhase bist, dann hast du ein ordentliches Handwerk gelernt. Und nebenbei kannst du wunderbare Eier malen und sie auf den Künstlermärkten rund um die Stadt verkaufen.“
Fips dachte kurz nach. Dann nickte er. „Ja Mama, du hast bestimmt recht.“ Er sprang von seinem Stuhl auf und schlang seine Vorderpfoten um ihren Hals. „Ich hab dich lieb, Mama! Und jetzt male ich ein schönes Bild für dich! Mit ganz vielen bunten Farben und Blumen und …“
Die letzten Worte verstand Mama Hase nicht mehr, denn da war Fips schon hinausgelaufen.
Mit einem Seufzer erhob sie sich ebenfalls. „Ich hab dich auch lieb, mein Kleiner!“, sagte sie leise. „Du wirst bestimmt einmal ein toller Osterhase!“

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Oster-Links

Oster-Links: Ostergedichte – Ostergeschichten

Wer Ostergedichte oder Ostergeschichten sucht, kann mal hier reinschauen:
Ostergedichte-Blog
Ostergedichte
Ostergeschichten

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Das faule Ei

Achtung: Böses Eier-Gedicht – nix für Ostereierfreunde!

Das faule Ei
© Barbara Naziri

So mancher Mensch isst gerne Eier,
die frisch genommen aus dem Nest,
doch dann kommt’s knüppeldick – Oh weia,
denn nicht nur Hühner haben Pest.

So schlüpft denn manche Salmonelle,
die heimlich so ein Ei befiel,
durch seinen Darmtrakt auf die Schnelle,
und dieser denkt: “So ein Sch…spiel.

Dem Mensch gehts täglich immer schlechter,
denn Salmonellen sind gemein,
das macht das Ganze nicht gerechter,
ein faules Ei ist gar nicht fein.

Und die Moral von der Geschicht,
so manches Ei ist selten frisch,
und willst du Salmonellen nicht,
bring lieber Fisch auf deinen Tisch.

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Osterei - Bemalt von Marianne Schaefer

Osterei - Bemalt von Marianne Schaefer


 

Blumenzauber
© Kathrin Sehland

Cornelius streifte bekümmert durch die weiten Wiesen des Osterlandes. Seine Gedanken schwirrten um die morgige Prüfung zum Ostereiermaler. Wie sollte er sie nur bestehen? In der Schule hatten sich alle über ihn lustig gemacht und über seine Malergebnisse sogar schallend gelacht. Der Mallehrer, Meister Eierbunt, hatte stets mit dem Kopf geschüttelt, wenn Cornelius sein bemaltes Ei zur Begutachtung ablieferte. Nie war er zufrieden, bemängelte die Blumen, die Muster und die ausgewählten Farben. Cornelius konnte es einfach nicht besser.
Dennoch gab er sich Mühe. Immer wieder versuchte er, die Blumen auf die Eier zu malen. Sie sollten vollkommen sein, mit Stiel, Blatt und Blüte. Das Resultat waren Gebilde, die an Gespenster oder sonst welche gruseligen Gestalten erinnerten, auf keinen Fall an Frühjahrsblüher.
Es war eben schwierig, die Natur lebensecht auf einem Ei abzubilden. Sie ist so einzigartig und kompliziert. Wie konnte er, als kleiner Hasenjunge dies alles begreifen und zu malen vermögen?
Farben bereiteten ihm ebenfalls Schwierigkeiten, immer schien er die falschen auszuwählen. Wenn es schon einer Tulpe ähnelte, dann war sie lila und stand vor einem dunkelblauen Himmel, der an einen Gewittertag erinnerte. Oder, Blesshühner in schwarz, ließen selbst ihn am Ende erschaudern. Es gibt natürlich Blesshühner, die auf dem See schwimmen und eben mal schwarz sind. Aber Ostern soll doch ein fröhliches Fest sein, und da würden sich gelbe Entchen einfach viel besser machen.
Nein, wahrscheinlich würde er nie ein richtiger Ostereiermaler werden.
Cornelius setzte sich ins weiche Gras. Tränen kullerten übers Gesicht, er schluchzte und wischte mit dem Fell seiner Pfote über das tropfende Näschen. Es war alles so traurig. Keiner konnte ihm helfen. Wie auch? Wenn nicht einmal Meister Eierbunt es ihm in der Schule beibringen konnte. Entweder man ist ein guter Ostereiermaler, oder eben nicht.
Mitten in seinem größten Kummer spürte er ein sachtes Tippen auf seiner Schulter. Sicherlich ein Grashelm, der im Wind wiegt, dachte Cornelius. Doch das Tippen wurde stärker. Was war das nur? Ein Grashalm sicherlich nicht. Leise beschlich ihn ein banges Gefühl. War da etwa jemand hinter ihm? Sollte er sich umdrehen oder sollte er lieber schnell davon laufen? Nur kurz überlegte er. Dann stand für ihn fest: Er war zwar kein Ostereiermaler, aber ein Angsthase war er schon gar nicht.
Sachte schnüffelte Cornelius mit seinem Näschen. Ein süßer Blumenduft stieg ihm in die Nase. Vorsichtig drehte er sich um und was er sah, verblüffte ihn sehr. Etwas so schönes hatte er noch nicht gesehen. Wunderschön. Und ein Wunder schien es zu sein. In einem hellblauen Schein schwebte da ein Mädchen in einem zartrosa Kleid. In der Hand hielt es wie ein Zepter einen Stängel Vergissmeinnicht.
„Wer bist du?“, stotterte Cornelius etwas blass.
Das Mädchen kicherte und ihre goldigen Locken wippten dazu. „Ich“, sprach sie mit einer piepsender Stimme, „ich bin Mirianda, die Blumenfee.“
Dabei schwenkte sie das Vergissmeinnicht und lauter kleine Blüten schwirrten in einem bunten Farbenspiel durch die Luft.
Cornelius staunte über diese Herrlichkeit. „Willst du etwas von mir?“, fragte er verdutzt.
„Nun ja, wenn man es richtig nimmt, dann willst du eigentlich etwas von mir, Du weißt es bloß noch nicht“, antwortete die Blumenfee recht rätselhaft.
Cornelius überlegte. Nein, das konnte nicht sein. Er wollte nichts von einer Blumenfee. Er hatte noch nicht einmal gewusst, dass es eine gibt. Es hatte auch niemand Geburtstag, dem er hätte ein paar Blumen schenken können. Er war doch hier, um seiner Traurigkeit nachzuhängen.
„Das einzige, was ich möchte, ist Ostereiermaler zu werden. Weiter nichts. Und dabei kannst du mir, glaube ich, auch nicht helfen. Das hat ja Meister Eierbunt schon versucht.“
Wieder zeichnete die Blumenfee mit ihrem Vergissmeinnichtzweig einen Bogen in die Luft und zauberte tausend Blüten.
„Oh, lieber Cornelius“, säuselte Mirianda ganz warmherzig. „Da irrst du dich. Ich kann dir sehr wohl helfen, ein Ostereiermaler zu werden. Komm mit! Aber sei vorsichtig, zertrete bitte keines von meinen kleinen Blumenkindern!“
Und Mirianda schwebte durch die Wiesen. Im Vorübergehen streichelte sie die Löwenzahnblüte, gab dem Märzenbecher einen Kuss, stupste die Butterblume an, winkte der Tulpe, herzte die Wildrose, berührte den Krokus und läutete die Glockenblume. Die Blumen jauchzten vor Vergnügen und Cornelius lächelte ihnen bewundernd zu. Ganz behutsam bewegte er sich an ihnen vorbei und inmitten der dichten Wiese machte Mirianda Halt. Sie waren umringt von unzähligen und den prächtigsten Blumen. Sie leuchteten in den schönsten Farben.
„Hier werde ich dir zeigen, wie eine Blume beschaffen ist und du wirst lernen, sie zu malen“, sagte Mirianda mit ihrer Piepsstimme.
Ungläubig blickte Cornelius in die himmelblauen Augen der Blumenfee. Wie sollte er hier das Malen erlernen, ohne Eier, ohne Farben, ohne Pinsel und wo dies nicht einmal Meister Eierbunt in der Schule geschafft hatte?
Mirianda legte vorsichtig ihr Zepter in Cornelius’ Hasenpfote und nahm diese in ihre Hand. Ganz behutsam führte sie seine Pfote mit dem Vergissmeinnichtzweig über ein Schneeglöckchen. Dabei umrandete sie Stängel, Blätter und Blüte. Cornelius war fasziniert. Als hätte er selbst das Schneeglöckchen gemalt. Es war doch ganz einfach. Stängel, Blätter, Blüte. Einfach umranden und schon ist die Blume gemalt.
Eine Blume nach der anderen umrandeten sie mit dem Zepter. Cornelius wurde immer eifriger, einen Riesenspaß machte es ihm. Unbemerkt lockerte die Blumenfee ihren Griff und gab ihn endlich ganz auf. Jetzt umrandete er allein das Gänseblümchen, die Glockenblume, die Nelke, Hyazinthe, Blausternchen, bis er an eine Stelle der Wiese kam, an der keine Blumen, sondern nur Gras wuchs. Doch Cornelius merkte dies gar nicht. Er machte einfach weiter. Mit dem Vergissmeinnichtzepter malte er wie mit einem Pinsel, die ihm bekannten Blumen in die Luft. Und die karge Wiese füllte sich mit ihnen. Immer dichter drängten sie sich. Doch all die herrlichen Blumen waren farblos und leer. Hindurchblicken konnte man durch sie. Das ließ Cornelius traurig die Arbeit beenden.
„Danke fürs Blumen malen lernen“, sagte Cornelius und fügte enttäuscht hinzu: „Aber siehst du, ich kann nun zwar Blumen malen, aber mit Farben kenne ich mich nicht aus.“
Mirianda lächelte lieblich und streichelte Cornelius’ Fell zwischen seinen Hasenohren. Sie nahm ihr Zepter und malte wieder einen Bogen in die Luft. Doch diesmal schwirrten keine Blumen, sondern aus dem sonnenklaren Himmel fielen Regentropfen zu Boden. Nichts geschah, außer, dass alle Blumen ihre Blüten verschlossen. An den farblosen änderte sich nichts.
Cornelius’ fragender Blick entrückte Mirianda ein zartes Lächeln – „Warte noch eine kleinen Moment!“ – und wies ihr Angesicht gen Himmel. Cornelius tropfte der Regen in die Augen und er blinzelte. Und als ob er es kaum glauben wollte, da zeichnete sich am Himmel ein Farbenspiel ab. Natürlich. Da hätte er doch auch selbst darauf kommen können! Die Sonne, der Regen, das ergab einen Regenbogen. Und der leuchtete in vollster Pracht, kräftig wie nie, in seinen schönsten Farben. Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Ein herrlicher Anblick, ein Regenbogen so schön, wie er ihn noch nie gesehen hatte. Und als des Regens Tropfen über den Bogen perlten, färbten sie sich in den schönsten Farben. Kunterbunt fielen die Regentropfen zu Boden.
„Wie wunderschön!“ rief Cornelius freudig aus, heftete seinen Blick an die fallenden bunten Tropfen und verfolgte ihren Flug. Als sie die farblosen Blumen berührten, glaubte er seinen Augen kaum. Die bunten Regentropfen vermochten ein Wunder. Sie färbten die Blumen in ihre natürlichen Farben ein. Stängel und Blätter grün, in verschiedenen Farbtönen, die Blüten der Krokusse blau, gelb, lila, weiß, der Tulpen rot und gelb, des Mohns orange, der Rose purpurfarben und des Vergissmeinnichts himmelblau mit einem gelben Punkt.
Cornelius klatschte vor Freude in die Pfoten und Mirianda freute sich mit ihm. „Siehst du, Cornelius, das ist das, was du von mir wolltest. Du wusstest es bloß nicht. Jetzt kannst auch du malen und mit Farbe umgehen, und wirst die Prüfung bestehen und ein richtiger Ostereiermaler werden.“
„Kann ich das wirklich?“, zweifelte er noch.
„Aber ja“, lachte Mirianda. „Sieh dir nur die Farben des Regenbogens genau an! Du wirst sie nicht mehr vergessen und sie werden sich in deinen Ostereiern widerspiegeln.“
Versonnen blickte Cornelius hinauf zum Regenbogen, bis dieser langsam verschwand.
„Und was mache ich mit den Mustern?“, fragte er immer noch ganz ungläubig. „Ich kann keine Muster malen. Aber auch das gehört unbedingt zur Prüfung dazu.“
Mirianda kicherte los: „Natürlich kannst du das. Jeder kann Muster malen. Aber zur kleinen Unterstützung werde ich dir einen guten Freund schicken.“
Mirianda umarmte Cornelius und flüsterte ihm: „Viel Glück!“, ins Ohr. Dann wies den Weg durch die Wiese nach Hause. „Aber gibt auf die Blumen Acht!“
Das hätte Cornelius sowieso. Nun liebte er die Blumen auf eine ganz besondere Art.

Cornelius blinzelte in die Sonne und gähnte. Er rieb sich die Augen. War er etwa hier, mitten auf der Wiese eingeschlafen. Dann fiel ihm Mirianda ein. Cornelius überlegte. Sollte es nur ein Traum gewesen sein? Ach, wie schön wäre es gewesen, wenn er nun wirklich hätte malen können. Die Angst vor der morgigen Prüfung war stärker, als je zuvor. Mutlos trottete er nach Hause.

Am nächsten Morgen kam Cornelius zitternd in der Hasenschule an. Meister Eierbunt strich ihm liebevoll über den Kopf: „Gib einfach dein Bestes!“
Für Meister Eierbunt war Cornelius ein lieber Kerl und deshalb versuchte er von Herzen, ihm Mut zu machen.
Die Prüfungsaufgaben wurden verteilt. Aufgabe war es, ein Ei bunt, mit allem, was die Natur zu bieten hat zu gestalten und eines, komplett mit einem Muster zu überziehen.
Mutlos atmete Cornelius tief durch. Er stützte sein Kinn auf beide Pfoten und schaute versonnen gen Himmel. Dabei überlegte er, ob er gleich aufgeben und lieber nach Hause gehen solle. Doch wie er in das Blau des Himmels sah, merkte er, wie sich dieser einfärbte. Immer kräftiger werdend, strahlte dort ein herrlich leuchtender Regenbogen in den prächtigsten Farben.
So schnell hatte man Cornelius noch nie zum Pinsel greifen sehen. Er fasste ihn wie das Zepter der Blumenfee Mirianda und ohne zu überlegen, tauchte er in die Farbtöpfe und malte die wunderschönsten Blumen von Miriandas Wiese. Als sein Ei fertig war, erschrak er fast ein klein wenig über sich selbst. Es war das schönste Osterei, nicht nur was er je gemalt hatte, nein, was er je gesehen hatte!
Vorsichtig legte er es beiseite und griff das zweite zu bemalende Ei. Etwas einfallslos drehte er es zwischen den Pfoten. Ein Muster, was sollte er nur für ein Muster malen? Mirianda hatte gesagt, dass das jeder könne. Aber er? Nein, Cornelius wollte kein Muster einfallen. Vielleicht ein paar Kreise, oder Kringel, überlegte er. Da landete unvermittelt ein Marienkäfer inmitten des roten Farbtopfes. Cornelius glaubte schon, ihn vor dem sicheren Farbentod retten zu müssen, aber der Marienkäfer patschte mit seinen kleinen Füßchen nur ein paar Mal in die Farbe und flog schnurstracks zu dem weißen Ei in Cornelius’ Pfote, auf dem er eine perfekte Punktlandung hinlegte. Dann tippelte er auf dem Ei entlang. Überall stempelten sich rote Marienkäferfüßchen ab.
„Hey, du verdirbst doch mein Ei!“, schimpfte Cornelius leise und wollte ihn schon vom Ei entfernen. Doch da wurde ihm klar, dass der Marienkäfer nicht ziellos auf dem Ei herumtippelte, nein, unter seinen Füßen entstand ein herrliches Muster. Cornelius brauchte nur noch die Farben auszuwählen, was er ja nun perfekt beherrschte, und das Muster nachzuzeichnen. Im Nu lag dort ein prachtvolles Musterei.
Meister Eierbunt blieb der Mund offen stehen über diese Herrlichkeiten und sparte nicht mit Lob für seinen Problemschüler Cornelius. Er hatte die Prüfungsaufgabe als Bester gelöst und konnte somit als Ostereiermaler in die Manufaktur aufgenommen werden.
Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Glückseliger konnte ein Osterhase nicht sein.
„Danke!“, flüsterte er dem Marienkäfer zu. Und als dieser die Flügel zum Abflug ausbreitete: „Sage der Blumenfee einen lieben Gruß von mir! Ich werde sie nie vergessen.“
Cornelius sah dem Marienkäfer hinterher. Genau dort wo sich zuvor der Regebogen befunden hatte, flog er am nun hellblauen Himmel einen weiten Bogen und von dort aus schwebte ein tanzender Reigen kleiner bunter Blüten auf Cornelius herab.

***

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Osterhase Fridolin in Not
© Elisabeth Wagner


Im Fichtenwald wird es nach und nach dunkel. Ein sanfter Frühlingswind bewegt die Zweige, sodass sie knistern und ächzen. Ein Specht hämmert noch einmal an einem morschen Baumstamm und sucht dann seinen Schlafplatz in einem hohlen Baum auf.
Von alldem hört der Osterhase Fridolin nichts, denn es geht ihm furchtbar schlecht. In seinen langen Ohren spürt er Schmerzen, sein Hals tut ihm schrecklich weh und alle paar Sekunden muss er niesen. Er liegt im Gebüsch und er kann sich kaum bewegen. Kurz, er hat eine schreckliche Erkältung. Ja, hätte er doch nicht – hm – ja, hätte er doch nicht im Waldsee gebadet! Zu spät, es ist zu spät …
Plötzlich zuckt er zusammen, stopp – hat er sich geirrt? Aber nein, in drei Tagen ist Ostern und er hat für die Kinder nichts vorbereitet. Keine Eier, keine Farben zum Anmalen, nichts. Er kann doch die Kinder nicht enttäuschen. Ach, er ist so müde; schlafen, schlafen – gesund werden.
Fridolin wacht am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl auf. Gott sei Dank, es geht ihm heute viel besser. Die Ohrenschmerzen sind weg, der Hals tut nicht mehr weh. Mit einem Sprung ist er auf den Beinen. Er rennt zum nächsten Acker und sucht sich einen leckeren Kohlkopf zum Frühstück.
Danach hetzt er von Hühnerhof zu Hühnerhof. Aber alle Hühner geben die gleiche Antwort: “Es tut uns leid, du bist zu spät hier, wir haben keine Eier mehr. Die andern Osterhasen haben schon alle Eier abgeholt.“
Verzweifelt setzt sich Fridolin unter einen Fichtenbaum und weint. Dieses Jahr geht doch alles schief, zuerst war er krank und nun gibt es keine Eier mehr …
Plötzlich steht die Eule Alaberta vor ihm: Warum weinst du denn, Fridolin?“
„Ach“, klagt Fridolin, „ich habe nur Pech. Das ganze Osterfest ist verdorben. Ich war krank, und nun bekomme mich keine Eier mehr.“
Alaberta überlegt lange, bewegt dabei den Kopf bedächtig hin und her. Plötzlich hat sie eine Idee: „Fridolin, gehe 100 Meter geradeaus, dann nach rechts durch einen Birkenwald, nach etwa 50 Metern kommst du zu einem großen Tannenbaum. Von da an gehst du geradeaus und du kommst zu einer großen Wiese. Dort ist ein Hühnerstall mit vielen Hühnern. Wenn du Glück hast, bekommst du dort noch Eier.“
Fridolin bedankt sich und macht sich sofort auf den Weg. Die Hühner gackern laut und winken ihn zu sich. Sie haben noch 100 schöne, weiße Eier für ihn. Fridolin hüpft vor Freude, bedankt sich glücklich und rennt zu seinem Versteck zurück. Er malt und pinselt die herrlichsten Farben auf die Eier.
An Ostern macht er sich in aller Frühe mit seinem Eierkorb auf den Weg. Glücklich hüpft er von Haus zu Haus und legt in jeden Garten bunte Eier. Danach versteckt er sich hinter einem Baum, um die Kinder bei der Suche zu beobachten.
Ein kleiner Junge ruft: „Schau mal Mama, ich habe die schönsten Eier von der ganzen Welt gefunden. Danke, lieber Osterhase!!“

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Für alle, die schöne Ostergeschichten im Netz suchen, hier eine Liste unserer beliebtesten Geschichten:
Ich wünsche viel Lesevergnügen.

Und natürlich noch ein Buchtipp

Antonia Stahn
Max und Mäxchen
Kindergeschichten für große und kleine Leser

ISBN 978-3-39809336-7-4

Infos zum Buch:
„Zärtlich streichelt der Vater seinem Sohn über die blonden Locken. Dann setzt er die Lesebrille auf und erzählt …“ Und immer wenn der Vater eine Geschichte erzählt, ist der Sohn ganz still und hört aufmerksam zu.
Der Vater Max und sein Sohn Mäxchen – das sind die beiden Helden aus dem Buch „Max und Mäxchen. Kindergeschichten für große und kleine Leser“.
Zwölf Geschichten der Autorin Antonia Stahn entführen große und kleine Leser in eine heile Familienwelt, nach der sich heutzutage viele Menschen sehnen. Vater und Sohn erleben gemeinsam alltägliche Abenteuer. Und jedes Mal erzählt der „große“ Max dem „kleinen“ Max eine Tiergeschichte. Da sind zum Beispiel Don Loxo, der Elefant und Galba, die Riesenschildkröte, Susa, das Hausschwein und Eccu, das schottische Hochlandpony. Die spannenden und unterhaltsamen Geschichten vermitteln nicht nur interessante Informationen über das Leben der Tiere, stets geht es auch um Werte wie Freundschaft, Solidarität und Hilfsbereitschaft.
Die Geschichten wurden von der Mediengestalterin und Künstlerin Sibylle Rencker liebevoll illustriert. Durch das harmonische Zusammenspiel von Bild und Text bereitet das Buch einen Genuss beim Lesen und Zuhören sowie Freude beim Betrachten.

Ostergeschichten und Ostergedichte kostenlos online veröffentlichen


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Ostergeschichten
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Die Texte können direkt in unserem Kurzgeschichten- und Gedichteforum eingestellt werden. Die Anmeldung im Forum ist kostenlos.

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Max und Mäxchen
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Ostern – Ostergedicht – lustiges Osterhasengedicht

Ostergedicht – Ach, du lieber Osterhas

Ach, du lieber Osterhas
© Engel Bert

Ach, du lieber Osterhas,
mir ist so bitterkalt.
Es ist nun Anfang Januar,
ach komm doch bitte bald.

Ach, du lieber Osterhas,
wenn die Narren feiern
im Februar, dann sehn ich mich
nach bunten Ostereiern.

Ach, du lieber Osterhas,
die ersten Blumen blühn im Garten.
Wir schreiben nun den Monat März,
lass mich nicht so lange warten.

Ach, du lieber Osterhas,
was für eine Feier!
Der April macht was er will
und du bringst bunte Eier.

Die Fortsetzung des Gedichts gibt es hier .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Osterereien

Osterereien
© Barbara Naziri

Osterhasen, Ostereier,
Osterblume, Osterfeier,
Osterküken, Osternest,
eben unser Osterfest,
Osterbrot und Osterspiele,
Ostergrüße, davon viele,
Osterbrauch und Osterwasser
Osterliebe, Osterhasser …

Ostermontag ist’s vorbei
mit der Osterdudelei.
Doch zuvor will ich noch naschen
und so manches Ei erhaschen,
das der Hase hoch beglückt
unter das Gebüsch gedrückt.
Danach ist es dann vorbei
mit der Hasenschonerei
und er landet gut geraten
auf dem Tisch als Osterbraten.

Dieses Gedicht findet sich auf dieser Webseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Ostern

Ostergedicht – Ostern

Ostern
© Manfred Schröder

Jeschua starb auf Golgatha,
und ward nicht mehr geseh’n.
Dann hatte Paulus einen Plan
und ließ ihn wieder auferstehn.

So entstand das Osterfest,
die Christusauferstehungsfeier.
Mir und den Kindern ist’s egal,
wir suchen Ostereier!

Dieses Gedicht findet sich auf dieser Webseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Hipp, Hopp und Robbienchen und der Osterhase
© Jürgen Kleschnitzki

Es ist ein wunderschöner sonniger Tag im März auf der Insel Norderney. Alles ist friedlich, die Gänse verweilen im Gras der Salzwiesen und erholen sich von Ihren langen Flügen über die Weiten der Nordsee.

Auch Hipp und Hopp lassen ihre Seele baumeln und liegen am Deich im grünen Gras und lassen sich das Fell von den noch zarten Sonnenstrahlen wohlig erwärmen. Auch Robbienchen zieht ihre Bahnen durch das fast wellenlose Wattenmeer und fängt hier und da einen Fisch, um sich dann behaglich auf die sonnige Sandbank zurückzuziehen und zu faulenzen.

In diese ruhige Idylle kommt ganz plötzlich die Hasenmama von Hipp und Hopp über die Deichkrone gehoppelt und ruft nach den beiden. “Hei, Hipp und Hopp, der Osterhase vom Festland hat auf unserem Möhrentelefon angerufen, ihr sollt ihm helfen, das Osterfest steht vor der Tür, und er kann die Arbeit allein nicht bewältigen! So viele Kinder haben ihm einen Brief mit all ihren Wünschen geschrieben. Er will morgen früh den gelben Osterhasenbus nach Norddeich schicken, der soll euch und Robbienchen dort abholen und zum Osterhausenhaus bringen!”

Bevor sich Hipp und Hopp auf den Weg in ihre Hasenhöhle tief in den Dünen machten, mussten sie noch Robbienchen informieren, dass sie am nächsten Tag zum Osterhasen auf das Festland mussten. Robbienchen sollte die beiden dorthin begleiten. Also liefen sie den Strand entlang bis zu der Stelle, die der Robbensandbank am nächsten war. Dort winkten sie mit ihren Hasenpfoten so lange, bis Robbienchen sie entdeckt hatte und sie mit ihren Flossen zurück winkte, um zu verstehen zu geben, dass sie Hipp und Hopp ebenfalls gesehen hatte. Mit kräftigen Flossenschlägen durchpflügte Robbienchen das Wasser der Nordsee und war binnen kurzer Zeit bei den beiden am Strand.

Unsere drei Freunde besprachen das Vorgehen für den nächsten Tag und verabredeten, sich am frühen Morgen am Strand des Wattenmeers in der nähe des Hafens zu treffen.

So machten sich die Häschen Hipp und Hopp auf den Weg zu ihren Höhlen, sie hatten noch viele Dinge zu erledigen. Zunächst liefen sie in ihre Hasenwerkstatt, in der allerlei Werkzeuge gelagert waren, die sie auch für ihre Arbeit beim Osterhasen gebrauchten. In all den Regalen suchten sie nach Pinseln, mit denen sie die Ostereier anmalen und nach dünnen Weidenzweigen, aus denen sie Osterkörbchen bauen mussten. Außerdem brauchten sie eine Menge an buntem und glitzerndem Papier, in dem all die Leckereien aus Schokolade oder Marzipan liebevoll verpackt werden sollten.

Hier erfährst du wie die Geschichte von Hipp, Hopp, Robbienchen und dem Osterhasen weitergeht.

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergeschichten.

Ostergedicht – Auferstehung

Auferstehung
© Claudia Sperlich

Lass, mein Gott, mich auferstehen
aus der Trägheit meines Herzens
aus der Trägheit meiner Sinne
in das Leben, in die Liebe.

Lass mich lieben, lass mich glauben
an den Sinn mit allen Sinnen
an die Freude voller Freude
an das Leben, an die Liebe.

Lass mich auferstehn und handeln,
voller Geist und Ernst und Freude,
voller Mut und voller Weisheit,
voller Leben, voller Liebe.

Dieses Gedicht findet sich auf dieser Webseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Patschi und Löffel
© Gaby Schumacher

Auf einer in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Blumenwiese lebten zwei Hasenkinder. Als die beiden Winzlinge sich kennen lernten, schnupperten sie aufgeregt aneinander. Sie mochten sich sofort gut leiden. Es waren ein Mädchen und ein Junge. Das Hasenmädchen hieß Patschi und der Hasenjunge Löffel. ‘Patschi’ wurde so gerufen, weil es sehr gerne mit den Pfoten auf dem Boden herum trommelte und dabei machte es jedes Mal deutlich ‘patsch’. Löffel dagegen trug seinen Namen, weil er außergewöhnlich lange Ohren hatte, eben so richtige Löffel.

Die Zwei schwärmten für dieselben Hasenkinderspiele wie Nachlaufen und Verstecken und tobten den halben Tag miteinander herum. Sie zankten sich nie, sondern verstanden sich prima.

Patschi und Löffel wuchsen heran und gingen gemeinsam in die Hasenkinderschule. Sie waren unzertrennlich und liefen sogar in der Schule Pfote in Pfote. War ein fremder Hasenjunge böse zu Patschi, wischte Löffel dem eins, dass jenem das Hören und Sehen verging und er Haken schlagend Reißaus nahm. Ärgerte jemand ihren Löffel, brauste Patschi vor Wut auf und verteidigte ihren Freund.

In der Schule lernten die beiden, dass ein Hasenleben nicht nur ausgesprochen schön, sondern leider auch sehr gefährlich war. Vor großen Raubvögeln, dem Fuchs, den Hunden und vor allem den Jägern hieß es auf der Hut zu sein. Die Jäger waren die Menschen mit den Flinten. Bollerten die los, dann war größte Vorsicht angesagt. Viele der jungen, unerfahrenen Häschen wurden zur Beute und starben, bevor sie richtig gelebt hatten. Patschi und Löffel waren sehr fleißige Schulkinder, spitzten aufmerksam ihre langen Ohren und merkten sich jedes Wort.

Aber es gab genauso Schönes zu berichten: Lehrer ‘Schnupper’ erzählte viel Lustiges. Seine Schüler kicherten oft laut deswegen. Zudem verriet er ihnen, dass auf den benachbarten Äckern leckere Möhren und Salatköpfe wuchsen. Oft fanden die Hasen diese Köstlichkeiten sogar in den Gärten der Menschen, weil diese auch gerne Salat und Möhren aßen.

Hasen werden schnell erwachsen. Patschi war eine bildhübsche Hasenfrau und Löffel ein ebenso schöner Hasenmann geworden. Mittlerweile wagten sie lange Ausflüge, die sie weit weg von zu Hause führten. Eines Tages, sie stromerten gerade durch einen kleinen Wald, hörten sie in der Nähe ein Schnaufen.

“Was ist das?”, bibberte Patschi.

“Keine Ahnung!”, antwortete Löffel verunsichert.

Irgendwie witterten sie Gefahr und duckten sich platt ins hohe Gras.

Hier erfährst du wie die Geschichte von Patschi und Löffel weitergeht.

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergeschichten.

Lustiges Ostergedicht – Der stolze Hahn

Der stolze Hahn
© Hans Seldron

Im Hühnerstall ist jetzt was los,
weil in der Osterzeit
Dick und Dünn und Klein und Groß
nach bunten Eiern schreit.

Die Hühner gackern Tag und Nacht
und legen Ei um Ei.
Der Hahn stolziert in voller Pracht,
ihm ist das einerlei.

Von Arbeit hält der Hahn nicht viel,
er hält sich für schlauer.
Die Arbeit ist für’s Hühnervieh,
doch da naht schon der Bauer.

Hier erfährst Du wie es dem stolzen Hahn weiter ergeht .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Karfreitag – Ostergedicht – Hinrichtung

Hinrichtung
© Claudia Sperlich

Die Wolken reißen auf. Tief steht die Sonne.
Die Fieberhitze wird zur Liebesglut.
Ich rufe meinen Vater, und im Augenblick
ist Mama da in einem: warmen Schuppen,
Arbeiter, die ihr Brot und Decken bringen -
die Wüste dann … wir müssen eilig weiter -
die Alten dann, die mir, dem Jungen, lauschen -
die Hochzeit dann … die Sorge um den Wein -
die schöne Frau (sie scheint mich zu erkennen) -
der Garten, wo mein Freund mir Blumen pflückte -
der Garten, wo mein Vater mich besuchte -
der Garten, wo ich gestern erst gebetet -
das Abendbrot … es gab so viel zu sagen -
Jehuda, Freund, hat es so müssen sein?

Dieses Gedicht stammt von dieser Website .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergeschichte – Jiggollo aus Hühneregg

Jiggollo aus Hühneregg
© Katharina Britzen

Kurz vor Ostern herrschte in Hühneregg Aufruhr. Das hatte einen Grund. Hatte doch der Bauer den Hahn Jiggollo, der in die Jahre gekommen war, davongejagt.

“Du bist alt, Jiggollo, du bist zu nichts mehr nütze. Mach dich davon. Ich will dich hier nicht mehr sehen”, hatte er Jiggollo angeherrscht und ihm gedroht: “Wenn du nicht sofort aus Hühneregg verschwindest, landest du im Kochtopf.”

Wie rannte da Jiggollo um sein Leben. Hinein in den dunklen Wald. Er konnte sich nicht einmal mehr von seinen Freunden verabschieden.

Sämtliches Hühnervieh von Hühneregg war geschockt. Sie waren entsetzt über diesen herzlosen Bauern. An diesem Morgen war ihnen das Eierlegen gründlich vergangen und kein Kikeriki weckte Hühneregg. Stattdessen verbreitete sich in ganz Hühneregg Empörung.

So was hatte Jiggollo nicht verdient. Jahrelang war er treu und redlich seiner Arbeit nachgegangen. Es war auch sein Verdienst, dass ihre Eier weit über die Grenzen von Hühneregg hinaus bekannt waren. Nicht umsonst belieferte Hühneregg alljährlich die Osterhasen in der ganzen Welt. Und wie sie in den letzten Wochen geschuftet hatten! Für das bevorstehende Osterfest. In Hühneregg lief die Eierproduktion auf Hochtouren.

“Eure Eier schmecken gut. Der Dotter ist herrlich gelb. Selbst beim Kochen platzen sie nicht auf. Haben eine glatte, schöne Schale, die sich wunderbar bemalen lässt”, hatte Osterhase Stummelschwanz geschwärmt. Zum Beweis ein frisch gefärbtes Osterei in Regenbogenfarben geschält und vor aller Augen herzhaft hineingebissen. “Mmmmhhhh. Lecker. Meine Leibspeise sind und bleiben Ostereier.” Nicht ein Krümel Ei war übrig geblieben. Körbeweise transportierten die Osterhasen die Eier in ihre Malstuben.

Noch in derselben Nacht berief Glucke Mia, eine Freundin von Jiggollo, eine Versammlung ein. Alle kamen. Im Schutz der Nacht kletterten sie über die Hühnerleiter nach Hühneregg. Unter ihnen auch Küken.

Mia hatte auf der obersten Sprosse Platz genommen. Nachdem alle Hühner eingetroffen waren, eröffnete sie die Versammlung mit den Worten:

“Ihr Hühner von Hühneregg. Unserem Freund Jiggollo ist etwas Grausames widerfahren.

Hier gibt es die Fortsetzung der Geschichte .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergeschichten.

Ostergedicht – Des Osterhasen Missgeschick

Des Osterhasen Missgeschick
© Hans Seldron

Es baut ein Nest der Osterhas
in frischem, grünem Moose.
Da sticht ihn etwas in die Nas’ -
der Stachel einer Rose.

Er schreit laut auf
und in seinem Zorn
tritt er mit dem Hinterlauf
in einen Schlehendorn.

Wütend springt er in die Höh’
und zu seinem Schrecke
landet er – o weh! -
in einer Brombeerhecke.

Hier gibt es die Fortsetzung des Gedichts .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Brot und Kunst

Brot und Kunst
© Martina Decker

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Eier malen ohne Spaß

Tupfen, Zacken, streng geformt
Jedes Muster DIN genormt
Jede Farbe vorgegeben
Produktion nach Regeln eben

Gerne wär’ er kreativ
Grade Linien auch mal schief
Farben bunt vermischt
Oder wild verwischt

Doch das ist hier klar verboten
Das, was zählt, sind nur die Quoten
Ein Ei gleich dem andern
Sollen in den Handeln wandern

Hätte er das nur geahnt
Hätte irgendwer ihn mal gewarnt
Niemals hätt’ er zugesagt
Als man damals angefragt

Kunst verträgt sich nicht mit DIN-Norm
Geht mit solchen Quoten nicht konform
Fast schon, dass es unzumutbar ist
So zu malen, wenn man Künstler ist

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Doch man muss von irgendetwas leben …
Hier von DIN-genormten Ostereiern eben

Dieses Gedicht findet sich auf der folgenden Ostergedichteseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Wann feiern wir Ostern?

Ostern ist bekanntlich ein beweglicher Feiertag. Im Gegensatz zu Heiligabend zum Beispiel, der immer auf den 24. Dezember fällt, fällt Ostern nicht auf bestimmtes Datum. Trotzdem muss man natürlich wissen, wann Ostern ist.

Auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern an dem Sonntag gefeiert wird, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Erst muss mal der Frühling begonnen haben, dann warten wir bis zum ersten Vollmond und am drauf folgenden Sonntag feiern wir Ostern (was ist eigentlich, wenn der Vollmond auf einen Sonntag fällt?). Aus dieser Festlegung ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird.

In diesem Jahr (2009) fällt der Ostersonntag auf den 12. April, Ostern liegt also relativ spät. Das ist gut so, denn durch den ewig langen Winter wäre Ostern bei einem frühen Termin noch sehr kahl gewesen. So bleibt die Hoffnung, dass die Natur bis Ostern zu voller Frühlingspracht erwacht sein wird.

Zu Nizäa (auch: Nikaia, Nikäa, Nicaia, Nicaea, Nicäa): Eine antike Stadt in Kleinasien (heute: Iznik in der Türkei) . War bereits früh Bischofssitz, seit 451 Sitz eines Metropoliten. In Nizäa fand 325 das erste und 878 das siebte Ökumenische Konzil statt (Quelle: Brockhaus Lexikon).

Und weil wir grade beim Thema Ostern sind – hier kann man
Ostergeschichten und Ostergedichte
kostenlos im Netz lesen.

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