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Osterhase Fridolin in Not
© Elisabeth Wagner
Im Fichtenwald wird es nach und nach dunkel. Ein sanfter Frühlingswind bewegt die Zweige, sodass sie knistern und ächzen. Ein Specht hämmert noch einmal an einem morschen Baumstamm und sucht dann seinen Schlafplatz in einem hohlen Baum auf.
Von alldem hört der Osterhase Fridolin nichts, denn es geht ihm furchtbar schlecht. In seinen langen Ohren spürt er Schmerzen, sein Hals tut ihm schrecklich weh und alle paar Sekunden muss er niesen. Er liegt im Gebüsch und er kann sich kaum bewegen. Kurz, er hat eine schreckliche Erkältung. Ja, hätte er doch nicht – hm – ja, hätte er doch nicht im Waldsee gebadet! Zu spät, es ist zu spät …
Plötzlich zuckt er zusammen, stopp – hat er sich geirrt? Aber nein, in drei Tagen ist Ostern und er hat für die Kinder nichts vorbereitet. Keine Eier, keine Farben zum Anmalen, nichts. Er kann doch die Kinder nicht enttäuschen. Ach, er ist so müde; schlafen, schlafen – gesund werden.
Fridolin wacht am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl auf. Gott sei Dank, es geht ihm heute viel besser. Die Ohrenschmerzen sind weg, der Hals tut nicht mehr weh. Mit einem Sprung ist er auf den Beinen. Er rennt zum nächsten Acker und sucht sich einen leckeren Kohlkopf zum Frühstück.
Danach hetzt er von Hühnerhof zu Hühnerhof. Aber alle Hühner geben die gleiche Antwort: “Es tut uns leid, du bist zu spät hier, wir haben keine Eier mehr. Die andern Osterhasen haben schon alle Eier abgeholt.“
Verzweifelt setzt sich Fridolin unter einen Fichtenbaum und weint. Dieses Jahr geht doch alles schief, zuerst war er krank und nun gibt es keine Eier mehr …
Plötzlich steht die Eule Alaberta vor ihm: Warum weinst du denn, Fridolin?“
„Ach“, klagt Fridolin, „ich habe nur Pech. Das ganze Osterfest ist verdorben. Ich war krank, und nun bekomme mich keine Eier mehr.“
Alaberta überlegt lange, bewegt dabei den Kopf bedächtig hin und her. Plötzlich hat sie eine Idee: „Fridolin, gehe 100 Meter geradeaus, dann nach rechts durch einen Birkenwald, nach etwa 50 Metern kommst du zu einem großen Tannenbaum. Von da an gehst du geradeaus und du kommst zu einer großen Wiese. Dort ist ein Hühnerstall mit vielen Hühnern. Wenn du Glück hast, bekommst du dort noch Eier.“
Fridolin bedankt sich und macht sich sofort auf den Weg. Die Hühner gackern laut und winken ihn zu sich. Sie haben noch 100 schöne, weiße Eier für ihn. Fridolin hüpft vor Freude, bedankt sich glücklich und rennt zu seinem Versteck zurück. Er malt und pinselt die herrlichsten Farben auf die Eier.
An Ostern macht er sich in aller Frühe mit seinem Eierkorb auf den Weg. Glücklich hüpft er von Haus zu Haus und legt in jeden Garten bunte Eier. Danach versteckt er sich hinter einem Baum, um die Kinder bei der Suche zu beobachten.
Ein kleiner Junge ruft: „Schau mal Mama, ich habe die schönsten Eier von der ganzen Welt gefunden. Danke, lieber Osterhase!!“
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