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Osterei - Bemalt von Marianne Schaefer

Osterei - Bemalt von Marianne Schaefer


 

Blumenzauber
© Kathrin Sehland

Cornelius streifte bekümmert durch die weiten Wiesen des Osterlandes. Seine Gedanken schwirrten um die morgige Prüfung zum Ostereiermaler. Wie sollte er sie nur bestehen? In der Schule hatten sich alle über ihn lustig gemacht und über seine Malergebnisse sogar schallend gelacht. Der Mallehrer, Meister Eierbunt, hatte stets mit dem Kopf geschüttelt, wenn Cornelius sein bemaltes Ei zur Begutachtung ablieferte. Nie war er zufrieden, bemängelte die Blumen, die Muster und die ausgewählten Farben. Cornelius konnte es einfach nicht besser.
Dennoch gab er sich Mühe. Immer wieder versuchte er, die Blumen auf die Eier zu malen. Sie sollten vollkommen sein, mit Stiel, Blatt und Blüte. Das Resultat waren Gebilde, die an Gespenster oder sonst welche gruseligen Gestalten erinnerten, auf keinen Fall an Frühjahrsblüher.
Es war eben schwierig, die Natur lebensecht auf einem Ei abzubilden. Sie ist so einzigartig und kompliziert. Wie konnte er, als kleiner Hasenjunge dies alles begreifen und zu malen vermögen?
Farben bereiteten ihm ebenfalls Schwierigkeiten, immer schien er die falschen auszuwählen. Wenn es schon einer Tulpe ähnelte, dann war sie lila und stand vor einem dunkelblauen Himmel, der an einen Gewittertag erinnerte. Oder, Blesshühner in schwarz, ließen selbst ihn am Ende erschaudern. Es gibt natürlich Blesshühner, die auf dem See schwimmen und eben mal schwarz sind. Aber Ostern soll doch ein fröhliches Fest sein, und da würden sich gelbe Entchen einfach viel besser machen.
Nein, wahrscheinlich würde er nie ein richtiger Ostereiermaler werden.
Cornelius setzte sich ins weiche Gras. Tränen kullerten übers Gesicht, er schluchzte und wischte mit dem Fell seiner Pfote über das tropfende Näschen. Es war alles so traurig. Keiner konnte ihm helfen. Wie auch? Wenn nicht einmal Meister Eierbunt es ihm in der Schule beibringen konnte. Entweder man ist ein guter Ostereiermaler, oder eben nicht.
Mitten in seinem größten Kummer spürte er ein sachtes Tippen auf seiner Schulter. Sicherlich ein Grashelm, der im Wind wiegt, dachte Cornelius. Doch das Tippen wurde stärker. Was war das nur? Ein Grashalm sicherlich nicht. Leise beschlich ihn ein banges Gefühl. War da etwa jemand hinter ihm? Sollte er sich umdrehen oder sollte er lieber schnell davon laufen? Nur kurz überlegte er. Dann stand für ihn fest: Er war zwar kein Ostereiermaler, aber ein Angsthase war er schon gar nicht.
Sachte schnüffelte Cornelius mit seinem Näschen. Ein süßer Blumenduft stieg ihm in die Nase. Vorsichtig drehte er sich um und was er sah, verblüffte ihn sehr. Etwas so schönes hatte er noch nicht gesehen. Wunderschön. Und ein Wunder schien es zu sein. In einem hellblauen Schein schwebte da ein Mädchen in einem zartrosa Kleid. In der Hand hielt es wie ein Zepter einen Stängel Vergissmeinnicht.
„Wer bist du?“, stotterte Cornelius etwas blass.
Das Mädchen kicherte und ihre goldigen Locken wippten dazu. „Ich“, sprach sie mit einer piepsender Stimme, „ich bin Mirianda, die Blumenfee.“
Dabei schwenkte sie das Vergissmeinnicht und lauter kleine Blüten schwirrten in einem bunten Farbenspiel durch die Luft.
Cornelius staunte über diese Herrlichkeit. „Willst du etwas von mir?“, fragte er verdutzt.
„Nun ja, wenn man es richtig nimmt, dann willst du eigentlich etwas von mir, Du weißt es bloß noch nicht“, antwortete die Blumenfee recht rätselhaft.
Cornelius überlegte. Nein, das konnte nicht sein. Er wollte nichts von einer Blumenfee. Er hatte noch nicht einmal gewusst, dass es eine gibt. Es hatte auch niemand Geburtstag, dem er hätte ein paar Blumen schenken können. Er war doch hier, um seiner Traurigkeit nachzuhängen.
„Das einzige, was ich möchte, ist Ostereiermaler zu werden. Weiter nichts. Und dabei kannst du mir, glaube ich, auch nicht helfen. Das hat ja Meister Eierbunt schon versucht.“
Wieder zeichnete die Blumenfee mit ihrem Vergissmeinnichtzweig einen Bogen in die Luft und zauberte tausend Blüten.
„Oh, lieber Cornelius“, säuselte Mirianda ganz warmherzig. „Da irrst du dich. Ich kann dir sehr wohl helfen, ein Ostereiermaler zu werden. Komm mit! Aber sei vorsichtig, zertrete bitte keines von meinen kleinen Blumenkindern!“
Und Mirianda schwebte durch die Wiesen. Im Vorübergehen streichelte sie die Löwenzahnblüte, gab dem Märzenbecher einen Kuss, stupste die Butterblume an, winkte der Tulpe, herzte die Wildrose, berührte den Krokus und läutete die Glockenblume. Die Blumen jauchzten vor Vergnügen und Cornelius lächelte ihnen bewundernd zu. Ganz behutsam bewegte er sich an ihnen vorbei und inmitten der dichten Wiese machte Mirianda Halt. Sie waren umringt von unzähligen und den prächtigsten Blumen. Sie leuchteten in den schönsten Farben.
„Hier werde ich dir zeigen, wie eine Blume beschaffen ist und du wirst lernen, sie zu malen“, sagte Mirianda mit ihrer Piepsstimme.
Ungläubig blickte Cornelius in die himmelblauen Augen der Blumenfee. Wie sollte er hier das Malen erlernen, ohne Eier, ohne Farben, ohne Pinsel und wo dies nicht einmal Meister Eierbunt in der Schule geschafft hatte?
Mirianda legte vorsichtig ihr Zepter in Cornelius’ Hasenpfote und nahm diese in ihre Hand. Ganz behutsam führte sie seine Pfote mit dem Vergissmeinnichtzweig über ein Schneeglöckchen. Dabei umrandete sie Stängel, Blätter und Blüte. Cornelius war fasziniert. Als hätte er selbst das Schneeglöckchen gemalt. Es war doch ganz einfach. Stängel, Blätter, Blüte. Einfach umranden und schon ist die Blume gemalt.
Eine Blume nach der anderen umrandeten sie mit dem Zepter. Cornelius wurde immer eifriger, einen Riesenspaß machte es ihm. Unbemerkt lockerte die Blumenfee ihren Griff und gab ihn endlich ganz auf. Jetzt umrandete er allein das Gänseblümchen, die Glockenblume, die Nelke, Hyazinthe, Blausternchen, bis er an eine Stelle der Wiese kam, an der keine Blumen, sondern nur Gras wuchs. Doch Cornelius merkte dies gar nicht. Er machte einfach weiter. Mit dem Vergissmeinnichtzepter malte er wie mit einem Pinsel, die ihm bekannten Blumen in die Luft. Und die karge Wiese füllte sich mit ihnen. Immer dichter drängten sie sich. Doch all die herrlichen Blumen waren farblos und leer. Hindurchblicken konnte man durch sie. Das ließ Cornelius traurig die Arbeit beenden.
„Danke fürs Blumen malen lernen“, sagte Cornelius und fügte enttäuscht hinzu: „Aber siehst du, ich kann nun zwar Blumen malen, aber mit Farben kenne ich mich nicht aus.“
Mirianda lächelte lieblich und streichelte Cornelius’ Fell zwischen seinen Hasenohren. Sie nahm ihr Zepter und malte wieder einen Bogen in die Luft. Doch diesmal schwirrten keine Blumen, sondern aus dem sonnenklaren Himmel fielen Regentropfen zu Boden. Nichts geschah, außer, dass alle Blumen ihre Blüten verschlossen. An den farblosen änderte sich nichts.
Cornelius’ fragender Blick entrückte Mirianda ein zartes Lächeln – „Warte noch eine kleinen Moment!“ – und wies ihr Angesicht gen Himmel. Cornelius tropfte der Regen in die Augen und er blinzelte. Und als ob er es kaum glauben wollte, da zeichnete sich am Himmel ein Farbenspiel ab. Natürlich. Da hätte er doch auch selbst darauf kommen können! Die Sonne, der Regen, das ergab einen Regenbogen. Und der leuchtete in vollster Pracht, kräftig wie nie, in seinen schönsten Farben. Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Ein herrlicher Anblick, ein Regenbogen so schön, wie er ihn noch nie gesehen hatte. Und als des Regens Tropfen über den Bogen perlten, färbten sie sich in den schönsten Farben. Kunterbunt fielen die Regentropfen zu Boden.
„Wie wunderschön!“ rief Cornelius freudig aus, heftete seinen Blick an die fallenden bunten Tropfen und verfolgte ihren Flug. Als sie die farblosen Blumen berührten, glaubte er seinen Augen kaum. Die bunten Regentropfen vermochten ein Wunder. Sie färbten die Blumen in ihre natürlichen Farben ein. Stängel und Blätter grün, in verschiedenen Farbtönen, die Blüten der Krokusse blau, gelb, lila, weiß, der Tulpen rot und gelb, des Mohns orange, der Rose purpurfarben und des Vergissmeinnichts himmelblau mit einem gelben Punkt.
Cornelius klatschte vor Freude in die Pfoten und Mirianda freute sich mit ihm. „Siehst du, Cornelius, das ist das, was du von mir wolltest. Du wusstest es bloß nicht. Jetzt kannst auch du malen und mit Farbe umgehen, und wirst die Prüfung bestehen und ein richtiger Ostereiermaler werden.“
„Kann ich das wirklich?“, zweifelte er noch.
„Aber ja“, lachte Mirianda. „Sieh dir nur die Farben des Regenbogens genau an! Du wirst sie nicht mehr vergessen und sie werden sich in deinen Ostereiern widerspiegeln.“
Versonnen blickte Cornelius hinauf zum Regenbogen, bis dieser langsam verschwand.
„Und was mache ich mit den Mustern?“, fragte er immer noch ganz ungläubig. „Ich kann keine Muster malen. Aber auch das gehört unbedingt zur Prüfung dazu.“
Mirianda kicherte los: „Natürlich kannst du das. Jeder kann Muster malen. Aber zur kleinen Unterstützung werde ich dir einen guten Freund schicken.“
Mirianda umarmte Cornelius und flüsterte ihm: „Viel Glück!“, ins Ohr. Dann wies den Weg durch die Wiese nach Hause. „Aber gibt auf die Blumen Acht!“
Das hätte Cornelius sowieso. Nun liebte er die Blumen auf eine ganz besondere Art.

Cornelius blinzelte in die Sonne und gähnte. Er rieb sich die Augen. War er etwa hier, mitten auf der Wiese eingeschlafen. Dann fiel ihm Mirianda ein. Cornelius überlegte. Sollte es nur ein Traum gewesen sein? Ach, wie schön wäre es gewesen, wenn er nun wirklich hätte malen können. Die Angst vor der morgigen Prüfung war stärker, als je zuvor. Mutlos trottete er nach Hause.

Am nächsten Morgen kam Cornelius zitternd in der Hasenschule an. Meister Eierbunt strich ihm liebevoll über den Kopf: „Gib einfach dein Bestes!“
Für Meister Eierbunt war Cornelius ein lieber Kerl und deshalb versuchte er von Herzen, ihm Mut zu machen.
Die Prüfungsaufgaben wurden verteilt. Aufgabe war es, ein Ei bunt, mit allem, was die Natur zu bieten hat zu gestalten und eines, komplett mit einem Muster zu überziehen.
Mutlos atmete Cornelius tief durch. Er stützte sein Kinn auf beide Pfoten und schaute versonnen gen Himmel. Dabei überlegte er, ob er gleich aufgeben und lieber nach Hause gehen solle. Doch wie er in das Blau des Himmels sah, merkte er, wie sich dieser einfärbte. Immer kräftiger werdend, strahlte dort ein herrlich leuchtender Regenbogen in den prächtigsten Farben.
So schnell hatte man Cornelius noch nie zum Pinsel greifen sehen. Er fasste ihn wie das Zepter der Blumenfee Mirianda und ohne zu überlegen, tauchte er in die Farbtöpfe und malte die wunderschönsten Blumen von Miriandas Wiese. Als sein Ei fertig war, erschrak er fast ein klein wenig über sich selbst. Es war das schönste Osterei, nicht nur was er je gemalt hatte, nein, was er je gesehen hatte!
Vorsichtig legte er es beiseite und griff das zweite zu bemalende Ei. Etwas einfallslos drehte er es zwischen den Pfoten. Ein Muster, was sollte er nur für ein Muster malen? Mirianda hatte gesagt, dass das jeder könne. Aber er? Nein, Cornelius wollte kein Muster einfallen. Vielleicht ein paar Kreise, oder Kringel, überlegte er. Da landete unvermittelt ein Marienkäfer inmitten des roten Farbtopfes. Cornelius glaubte schon, ihn vor dem sicheren Farbentod retten zu müssen, aber der Marienkäfer patschte mit seinen kleinen Füßchen nur ein paar Mal in die Farbe und flog schnurstracks zu dem weißen Ei in Cornelius’ Pfote, auf dem er eine perfekte Punktlandung hinlegte. Dann tippelte er auf dem Ei entlang. Überall stempelten sich rote Marienkäferfüßchen ab.
„Hey, du verdirbst doch mein Ei!“, schimpfte Cornelius leise und wollte ihn schon vom Ei entfernen. Doch da wurde ihm klar, dass der Marienkäfer nicht ziellos auf dem Ei herumtippelte, nein, unter seinen Füßen entstand ein herrliches Muster. Cornelius brauchte nur noch die Farben auszuwählen, was er ja nun perfekt beherrschte, und das Muster nachzuzeichnen. Im Nu lag dort ein prachtvolles Musterei.
Meister Eierbunt blieb der Mund offen stehen über diese Herrlichkeiten und sparte nicht mit Lob für seinen Problemschüler Cornelius. Er hatte die Prüfungsaufgabe als Bester gelöst und konnte somit als Ostereiermaler in die Manufaktur aufgenommen werden.
Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Glückseliger konnte ein Osterhase nicht sein.
„Danke!“, flüsterte er dem Marienkäfer zu. Und als dieser die Flügel zum Abflug ausbreitete: „Sage der Blumenfee einen lieben Gruß von mir! Ich werde sie nie vergessen.“
Cornelius sah dem Marienkäfer hinterher. Genau dort wo sich zuvor der Regebogen befunden hatte, flog er am nun hellblauen Himmel einen weiten Bogen und von dort aus schwebte ein tanzender Reigen kleiner bunter Blüten auf Cornelius herab.

***

Ostern – Ostergedicht – lustiges Osterhasengedicht

Ostergedicht – Ach, du lieber Osterhas

Ach, du lieber Osterhas
© Engel Bert

Ach, du lieber Osterhas,
mir ist so bitterkalt.
Es ist nun Anfang Januar,
ach komm doch bitte bald.

Ach, du lieber Osterhas,
wenn die Narren feiern
im Februar, dann sehn ich mich
nach bunten Ostereiern.

Ach, du lieber Osterhas,
die ersten Blumen blühn im Garten.
Wir schreiben nun den Monat März,
lass mich nicht so lange warten.

Ach, du lieber Osterhas,
was für eine Feier!
Der April macht was er will
und du bringst bunte Eier.

Die Fortsetzung des Gedichts gibt es hier .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Ostern

Ostergedicht – Ostern

Ostern
© Manfred Schröder

Jeschua starb auf Golgatha,
und ward nicht mehr geseh’n.
Dann hatte Paulus einen Plan
und ließ ihn wieder auferstehn.

So entstand das Osterfest,
die Christusauferstehungsfeier.
Mir und den Kindern ist’s egal,
wir suchen Ostereier!

Dieses Gedicht findet sich auf dieser Webseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Auferstehung

Auferstehung
© Claudia Sperlich

Lass, mein Gott, mich auferstehen
aus der Trägheit meines Herzens
aus der Trägheit meiner Sinne
in das Leben, in die Liebe.

Lass mich lieben, lass mich glauben
an den Sinn mit allen Sinnen
an die Freude voller Freude
an das Leben, an die Liebe.

Lass mich auferstehn und handeln,
voller Geist und Ernst und Freude,
voller Mut und voller Weisheit,
voller Leben, voller Liebe.

Dieses Gedicht findet sich auf dieser Webseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Patschi und Löffel
© Gaby Schumacher

Auf einer in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Blumenwiese lebten zwei Hasenkinder. Als die beiden Winzlinge sich kennen lernten, schnupperten sie aufgeregt aneinander. Sie mochten sich sofort gut leiden. Es waren ein Mädchen und ein Junge. Das Hasenmädchen hieß Patschi und der Hasenjunge Löffel. ‚Patschi‘ wurde so gerufen, weil es sehr gerne mit den Pfoten auf dem Boden herum trommelte und dabei machte es jedes Mal deutlich ‚patsch‘. Löffel dagegen trug seinen Namen, weil er außergewöhnlich lange Ohren hatte, eben so richtige Löffel.

Die Zwei schwärmten für dieselben Hasenkinderspiele wie Nachlaufen und Verstecken und tobten den halben Tag miteinander herum. Sie zankten sich nie, sondern verstanden sich prima.

Patschi und Löffel wuchsen heran und gingen gemeinsam in die Hasenkinderschule. Sie waren unzertrennlich und liefen sogar in der Schule Pfote in Pfote. War ein fremder Hasenjunge böse zu Patschi, wischte Löffel dem eins, dass jenem das Hören und Sehen verging und er Haken schlagend Reißaus nahm. Ärgerte jemand ihren Löffel, brauste Patschi vor Wut auf und verteidigte ihren Freund.

In der Schule lernten die beiden, dass ein Hasenleben nicht nur ausgesprochen schön, sondern leider auch sehr gefährlich war. Vor großen Raubvögeln, dem Fuchs, den Hunden und vor allem den Jägern hieß es auf der Hut zu sein. Die Jäger waren die Menschen mit den Flinten. Bollerten die los, dann war größte Vorsicht angesagt. Viele der jungen, unerfahrenen Häschen wurden zur Beute und starben, bevor sie richtig gelebt hatten. Patschi und Löffel waren sehr fleißige Schulkinder, spitzten aufmerksam ihre langen Ohren und merkten sich jedes Wort.

Aber es gab genauso Schönes zu berichten: Lehrer ‚Schnupper‘ erzählte viel Lustiges. Seine Schüler kicherten oft laut deswegen. Zudem verriet er ihnen, dass auf den benachbarten Äckern leckere Möhren und Salatköpfe wuchsen. Oft fanden die Hasen diese Köstlichkeiten sogar in den Gärten der Menschen, weil diese auch gerne Salat und Möhren aßen.

Hasen werden schnell erwachsen. Patschi war eine bildhübsche Hasenfrau und Löffel ein ebenso schöner Hasenmann geworden. Mittlerweile wagten sie lange Ausflüge, die sie weit weg von zu Hause führten. Eines Tages, sie stromerten gerade durch einen kleinen Wald, hörten sie in der Nähe ein Schnaufen.

„Was ist das?“, bibberte Patschi.

„Keine Ahnung!“, antwortete Löffel verunsichert.

Irgendwie witterten sie Gefahr und duckten sich platt ins hohe Gras.

Hier erfährst du wie die Geschichte von Patschi und Löffel weitergeht.

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergeschichten.

Lustiges Ostergedicht – Der stolze Hahn

Der stolze Hahn
© Hans Seldron

Im Hühnerstall ist jetzt was los,
weil in der Osterzeit
Dick und Dünn und Klein und Groß
nach bunten Eiern schreit.

Die Hühner gackern Tag und Nacht
und legen Ei um Ei.
Der Hahn stolziert in voller Pracht,
ihm ist das einerlei.

Von Arbeit hält der Hahn nicht viel,
er hält sich für schlauer.
Die Arbeit ist für’s Hühnervieh,
doch da naht schon der Bauer.

Hier erfährst Du wie es dem stolzen Hahn weiter ergeht .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Karfreitag – Ostergedicht – Hinrichtung

Hinrichtung
© Claudia Sperlich

Die Wolken reißen auf. Tief steht die Sonne.
Die Fieberhitze wird zur Liebesglut.
Ich rufe meinen Vater, und im Augenblick
ist Mama da in einem: warmen Schuppen,
Arbeiter, die ihr Brot und Decken bringen –
die Wüste dann … wir müssen eilig weiter –
die Alten dann, die mir, dem Jungen, lauschen –
die Hochzeit dann … die Sorge um den Wein –
die schöne Frau (sie scheint mich zu erkennen) –
der Garten, wo mein Freund mir Blumen pflückte –
der Garten, wo mein Vater mich besuchte –
der Garten, wo ich gestern erst gebetet –
das Abendbrot … es gab so viel zu sagen –
Jehuda, Freund, hat es so müssen sein?

Dieses Gedicht stammt von dieser Website .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergeschichte – Jiggollo aus Hühneregg

Jiggollo aus Hühneregg
© Katharina Britzen

Kurz vor Ostern herrschte in Hühneregg Aufruhr. Das hatte einen Grund. Hatte doch der Bauer den Hahn Jiggollo, der in die Jahre gekommen war, davongejagt.

„Du bist alt, Jiggollo, du bist zu nichts mehr nütze. Mach dich davon. Ich will dich hier nicht mehr sehen“, hatte er Jiggollo angeherrscht und ihm gedroht: „Wenn du nicht sofort aus Hühneregg verschwindest, landest du im Kochtopf.“

Wie rannte da Jiggollo um sein Leben. Hinein in den dunklen Wald. Er konnte sich nicht einmal mehr von seinen Freunden verabschieden.

Sämtliches Hühnervieh von Hühneregg war geschockt. Sie waren entsetzt über diesen herzlosen Bauern. An diesem Morgen war ihnen das Eierlegen gründlich vergangen und kein Kikeriki weckte Hühneregg. Stattdessen verbreitete sich in ganz Hühneregg Empörung.

So was hatte Jiggollo nicht verdient. Jahrelang war er treu und redlich seiner Arbeit nachgegangen. Es war auch sein Verdienst, dass ihre Eier weit über die Grenzen von Hühneregg hinaus bekannt waren. Nicht umsonst belieferte Hühneregg alljährlich die Osterhasen in der ganzen Welt. Und wie sie in den letzten Wochen geschuftet hatten! Für das bevorstehende Osterfest. In Hühneregg lief die Eierproduktion auf Hochtouren.

„Eure Eier schmecken gut. Der Dotter ist herrlich gelb. Selbst beim Kochen platzen sie nicht auf. Haben eine glatte, schöne Schale, die sich wunderbar bemalen lässt“, hatte Osterhase Stummelschwanz geschwärmt. Zum Beweis ein frisch gefärbtes Osterei in Regenbogenfarben geschält und vor aller Augen herzhaft hineingebissen. „Mmmmhhhh. Lecker. Meine Leibspeise sind und bleiben Ostereier.“ Nicht ein Krümel Ei war übrig geblieben. Körbeweise transportierten die Osterhasen die Eier in ihre Malstuben.

Noch in derselben Nacht berief Glucke Mia, eine Freundin von Jiggollo, eine Versammlung ein. Alle kamen. Im Schutz der Nacht kletterten sie über die Hühnerleiter nach Hühneregg. Unter ihnen auch Küken.

Mia hatte auf der obersten Sprosse Platz genommen. Nachdem alle Hühner eingetroffen waren, eröffnete sie die Versammlung mit den Worten:

„Ihr Hühner von Hühneregg. Unserem Freund Jiggollo ist etwas Grausames widerfahren.

Hier gibt es die Fortsetzung der Geschichte .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergeschichten.

Ostergedicht – Des Osterhasen Missgeschick

Des Osterhasen Missgeschick
© Hans Seldron

Es baut ein Nest der Osterhas
in frischem, grünem Moose.
Da sticht ihn etwas in die Nas‘ –
der Stachel einer Rose.

Er schreit laut auf
und in seinem Zorn
tritt er mit dem Hinterlauf
in einen Schlehendorn.

Wütend springt er in die Höh‘
und zu seinem Schrecke
landet er – o weh! –
in einer Brombeerhecke.

Hier gibt es die Fortsetzung des Gedichts .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Ostergedicht – Brot und Kunst

Brot und Kunst
© Martina Decker

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Eier malen ohne Spaß

Tupfen, Zacken, streng geformt
Jedes Muster DIN genormt
Jede Farbe vorgegeben
Produktion nach Regeln eben

Gerne wär’ er kreativ
Grade Linien auch mal schief
Farben bunt vermischt
Oder wild verwischt

Doch das ist hier klar verboten
Das, was zählt, sind nur die Quoten
Ein Ei gleich dem andern
Sollen in den Handeln wandern

Hätte er das nur geahnt
Hätte irgendwer ihn mal gewarnt
Niemals hätt’ er zugesagt
Als man damals angefragt

Kunst verträgt sich nicht mit DIN-Norm
Geht mit solchen Quoten nicht konform
Fast schon, dass es unzumutbar ist
So zu malen, wenn man Künstler ist

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Doch man muss von irgendetwas leben …
Hier von DIN-genormten Ostereiern eben

Dieses Gedicht findet sich auf der folgenden Ostergedichteseite .

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Wann feiern wir Ostern?

Ostern ist bekanntlich ein beweglicher Feiertag. Im Gegensatz zu Heiligabend zum Beispiel, der immer auf den 24. Dezember fällt, fällt Ostern nicht auf bestimmtes Datum. Trotzdem muss man natürlich wissen, wann Ostern ist.

Auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern an dem Sonntag gefeiert wird, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Erst muss mal der Frühling begonnen haben, dann warten wir bis zum ersten Vollmond und am drauf folgenden Sonntag feiern wir Ostern (was ist eigentlich, wenn der Vollmond auf einen Sonntag fällt?). Aus dieser Festlegung ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird.

In diesem Jahr (2009) fällt der Ostersonntag auf den 12. April, Ostern liegt also relativ spät. Das ist gut so, denn durch den ewig langen Winter wäre Ostern bei einem frühen Termin noch sehr kahl gewesen. So bleibt die Hoffnung, dass die Natur bis Ostern zu voller Frühlingspracht erwacht sein wird.

Zu Nizäa (auch: Nikaia, Nikäa, Nicaia, Nicaea, Nicäa): Eine antike Stadt in Kleinasien (heute: Iznik in der Türkei) . War bereits früh Bischofssitz, seit 451 Sitz eines Metropoliten. In Nizäa fand 325 das erste und 878 das siebte Ökumenische Konzil statt (Quelle: Brockhaus Lexikon).

Und weil wir grade beim Thema Ostern sind – hier kann man
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