Barbara Pronnet: Frau und Herr Igel bereichern das Osterfest

Frau und Herr Igel bereichern das Osterfest

© Barbara Pronnet

Es war einmal ein verliebtes Igelpaar, das glücklich durch die zarte Frühlingswelt trippelte. Alles grünte und blühte und sie schauten sich treu in die schwarzen Äuglein und freuten sich des Lebens. Die warme Luft machte alle Tiere taumelig. Schmetterlinge flatterten um die Wette, die Vögel jubilierten sich Hochzeitsgesänge zu. Es war eine einzige Wonne.

Eines Morgens wollten die beiden Igel ihren Nachbarn den Hasen besuchen. Er war die letzten Wochen etwas sonderbar, grüßte nur kurz mit seinem Näschen und machte insgesamt einen gestressten Eindruck.

Das geht ja gar nicht, meinten sie, und als sie vor dem Bau des Hasen standen, war der schon wieder nicht zu Hause.

„Also wirklich, schon in der Früh so eine Hektik, wo steckt er nur schon wieder?“

Das kleine Igelmädchen schnupperte in die dunkle Höhle.

„Lass ihn, wir kommen später noch mal vorbei“, meinte ihr Liebster und sie wollten gerade aufbrechen als der Hase angehoppelt kam.

„Hallo Nachbar, alles klar?“, lachten sie fröhlich.

„Ist es nicht herrlich heute?“ Herr Igel strahlte den Hasen freudig an.

„Es ist eine wunderschöne Zeit, das stimmt; und ihr alle könnt sie nach Herzenslust genießen. Aber leider nicht für uns Hasen und Hühner. In drei Tagen ist Ostern und ich weiß nicht mehr, wo mir die Löffel stehen. Unsere Geschenke für die Kinder hier in der Umgebung müssen noch fertig gelegt und bemalt werden. Alle sind im Ausnahmezustand. Tut mir leid Kinder, aber ich würde euch gerne einspannen aber ihr nutzt uns leider gar nichts und deshalb bis nach Ostern. Macht’s gut“ Und schnell war er in seine Höhle gehuscht, sprang schon wieder raus und weg war er. Hektik macht eben vergesslich.

Das Igelpärchen konnte gar nicht so schnell denken, wie der Hase sprach.

„Ach, Ostern, ja das ist natürlich eine harte Zeit für Hasen. Haben wir zwei ganz vergessen, nicht wahr meine Süße“ Der Igelmann gab seiner Gattin einen kleinen Stups auf die Nase. „Dann gehen wir wieder nach Hause, komm.“

„Schade, dass wir ihm nicht helfen können, er braucht sicher jede helfende Pfote.“ Die kleine Igelfrau dachte nach.

„Lass uns doch mal in die Hasenfabrik schauen, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nicht doch etwas helfen können. Ich hab ein schlechtes Gewissen so in den Tag hinein zu leben und andere müssen sich abrackern.“

„Du bist eine gute Seele, genau so machen wir es“, nickte ihre bessere Hälfte.

Die beiden wackelten durch das grüne, saftige Gras Richtung Hasenfabrik.

Auf dem Weg fanden sie einen prächtig blühenden Strauch mit Weidenkätzchen. Sie wollten ein paar Zweige als kleines Naschmitbringsel für die fleißigen Häschen mitnehmen. Frau Igel legte sie auf die Stacheln von Herr Igel, dann konnten sie diese bequem transportieren und sie würden nicht runterfallen,

Die Hasenfabrik war ein kleiner vergessener Stall mitten im Wald. Das ganze Jahr stand die Hütte einsam und verlassen da, aber jetzt tobte kurz vor Ostern das pralle Arbeitsleben. Hühner aus umlegenden Höfen kamen zum Eierlegen, Hasen mit besonders ruhigen Pfoten hoben die Eier vorsichtig mit einem riesigen Schöpfer in einen großen Kessel mit kochendem Wasser. Dann kamen die Künstler mit viel bunter Farbe und bemalten die Eier für das Osternest.

Jeder hatte seine Aufgabe, und ein älterer Hase gab die Anweisungen. Als die beiden Igel durch die Tür marschierten, hörten sie ihn schon pausenlos in die Menge rufen. „Vorsicht, die Eier sachte ins Wasser legen, passt auf.“ – „Hier noch mehr Farbe auf die Eier.“

War das ein Gewimmel und Gewusel! Unser Igelpaar konnte sich gar nicht einkriegen vor lauter Erfurcht. Hier wurde gerade Ostern hergestellt. Sie sahen aber auch die Freude und Erfurcht in den Gesichtern der vielen Fleißigen. Das Osterfest war allen heilig, keine Frage.

Der Hase auf dem Podest sah die beiden zuerst. Das Igelpaar hatte die Stacheln vor lauter Begeisterung aufgestellt und ihre Spitzen ragten gefährlich in die Höhe.

Auch das noch, dachte der Aufpasser und sah auch schon ein kleinen ungeschickten Hasen, der drei frisch gelegte Eier Richtung Wasserkessel trug und die Igel nicht sehen konnte.

„Vorsicht!“ schrie er, aber es war schon zu spät.

Der Hase stolperte über Herrn Igel und ließ die Eier auf Frau Igels Stacheln fallen.

Die Eier blieben auf den Stacheln der Igeldame stecken und unten floss frisches Eigelb heraus. Frau Igel rollte sich gleich wie eine Kugel zusammen.

Die ganze Ostermannschaft ließ ihre Arbeit liegen und im Stall war es plötzlich muckmäuschenstill.

„Um Himmels willen, das tut uns wirklich leid, wir wollten euch doch helfen kommen“, jammerte der Igelmann und alle schauten entsetzt auf Frau Igel, die sich langsam wieder auseinanderzog und mit ihren aufgespießten Eiern sehr seltsam aussah.

Unser Igelpaar war sehr zerknirscht. Kaum waren sie eingetroffen, verursachten sie schon das totale Chaos.

„Die Eier sind futsch, da ist nichts zu machen. Ihr zwei seid mit euren Stacheln keine Hilfe. Am besten ihr geht wieder. Danke für das Angebot“, sagte der Oberhase bestimmend und sein Blick war nicht gerade freundlich.

Ein kreativer Hase aus der Malertruppe hoppelte zu den Igeln. Er hatte eine Schiefermütze auf und in seinem Ledergürtel steckten viele Pinsel. Er war der Meister der Ostereierbemalung. Sein Kennerblick schweifte über die Komposition der Eier auf den Stacheln der Igelfrau.

„Mir kommt da eine Idee. Die Eier sind ausgelaufen aber wie es mir scheint noch heil. Wir könnten versuchen nicht nur hartgekochte Eier anzubieten, sondern die Eier vorsichtig aufzustechen, ausfließen lassen und dann bemalen. Da könnten uns die Spitzen der Stacheln durchaus nützlich sein“

Er sah auf die Weidenkätzchen, die Herr Igel immer noch in seinen Stacheln stecken hatte.

„Die Eier könnten wir dann mit Bändchen auf die Weidenkätzchen hängen. Ja durchaus, ein neuer Gedanke beginnt bei mir zu reifen“, rief er entzückt.

„Hört sich nicht schlecht an, wir könnten es versuchen, vielleicht sind die Stacheln dazu sogar von Nutzen. Vielleicht habt ihr beide gerade zu einem neuen Osterbrauch beigetragen.“ Der Oberhase schaute schon wieder freundlicher auf unser Igelpaar, das schon wieder nicht verstand, um was es eigentlich ging.

„Wir beratschlagen die neue Idee. Besprechung in Kürze“, rief der Oberhase der Mannschaft zu, und schon gingen er und der Malermeister in ihr Büro und steckten ihre Löffel zusammen.

Herr und Frau Igel wurden fortan ein fester Bestandteil bei den Ostervorbereitungen, denn sie hatten eine revolutionäre Idee beigetragen, das Osterfest noch schöner zu gestalten.

Welch schönes Missgeschick.
Frohe Ostern!

*

Gaby Schumacher: Aus … für Osterhasen?

Aus … für Osterhasen? (Eine gute Idee …)

© Gaby Schumacher

„Schnell, Herr Lehrer!“, drängte eine aufgeregte Schülerschar in der Grünen Schule. „Hoppel kauert da so reglos die ganze Zeit in der Ecke.“

Oberhase Langlöffel richtete eben diese in Richtung des Gebüsches, aus dem ein weinerliches Gefiepse zu hören war. Mit ein paar schulmeisterlichen Hopsern flitzte er zu dem Hasenkind. Das saß da mit einer Miene, als ob die Welt untergegangen wäre. „Was hast du denn?“, fragte er mitleidig. Ein Schnief, noch ein Schnief: „Ich möchte so gerne Eier bemalen. Aber da ist die schlimme Vogelgrippe. Die Menschen essen deswegen wahrscheinlich zu Ostern gar keine Eier mehr. Die haben doch Angst!“ Erneut schluchzte der kleine Hase auf: „Was mache ich denn dann als arbeitsloser Osterhase?“

Langlöffel seufzte. So ganz unrecht hatte der Kleine ja nicht mit seinem Kummer. Ja, die Vogelgrippe: In Hasenkreisen erzählte man sich, dass die Menschen vor lauter Panik Zigtausende bedauernswerter gesunder Hühner, Puten und Gänse getötet hatten. „Bisher hat sich gottlob kein Häschen angesteckt. Sonst würden sie uns auch noch umbringen!“, dachte er.

Aber sein Schützling brauchte dringend Trost. „Hoppel, du bist und bleibst ein Osterhase. Dann bringen wir den Menschen eben selbstgeflochtene Körbchen mit bunten Blumenbildchen darin. Darüber freuen sie sich bestimmt!“

„Meinst du wirklich?“, leuchteten da die dunklen Kulleraugen des Hasenkindes auf.

„Und ob! Außerdem ist diese schreckliche Krankheit eines Tages wieder verschwunden. Da bin ich mir ganz sicher!“ „Und dann bemalen wir wieder Eier mit ganz doll leuchtenden Farben, ja!?“, strahlte da Hoppel schon wieder viel munterer. „Genau!“, lachte sein Lehrer.

Alle die anderen Hasenkinder hatten sich inzwischen um die Beiden geschart und das Gespräch mitangehört. Manche waren zwar nachdenklich geworden, aber Oberhase Langlöffel war fröhlich und das steckte an. Eifrig steckten sie die Köpfe zusammen und beratschlagten, wie zum Beispiel die Körbchen aussehen sollten und welche Blümchen sie malen wollten. Sie waren sich einig: Gänseblümchen, gelbe Tulpen und auch Osterglocken gehörten dazu. Vor allem die Osterglocken durften nicht fehlen.

Sofort machten sie sich an die Arbeit. Lehrer Langlöffel zeigte ihnen, wie man Körbe flicht. Mit vor Begeisterung zitternden Näschen werkelten und malten die Häschen, dass es eine wahre Freude war, ihnen zuzusehen.

Am Ostersamstag nahmen sie ihre Kiepen, füllten sie mit den lustig bunten Körbchen und den süssen Osterbildern, schlichen sich in die Gärten der Menschen und versteckten ihre Gaben hinter Steinen und Hecken, manches auch hinter Blumenkübeln. Unser Hoppel suchte sich eine besonders schöne Ecke für sein Geschenk an die Menschenkinder aus. Er stellte das Körchen mit einem wunderschönen Blumenbild direkt vor die Terrassentüre und legte noch einen Strauß Osterglocken daneben.

Am Ostersonntag hopste er aufgeregt nochmals in eben jenen Garten, huschte in eines der dichten Gebüsche vor dem Zaun und wartete sehnsüchtig auf das Erscheinen der Menschenkinder. Wie sie wohl reagierten?

Er hatte Glück. Hoppel musste sich nicht mehr lange gedulden, bis er eine helle Stimme hörte: „Mami, Papi! Guckt mal, was das Osterhäschen gebracht hat. Ist das aber niedlich!“ Unser Hasenjunge freute sich wie toll. Neugierig und auch stolz schlinste er zur Terrasse. Dort stand ein kleines Mädchen und hielt glückstrahlend sein Körbchen hoch in die Luft, besah es sich von allen Seiten. Dann entdeckte es das Bild.

„Mami, das schick‘ ich Oma als Geschenk vom Osterhasen!“

Ganz leise huschte Hoppel hinweg. Sein Hasenherz klopfte laut. Auch er war glücklich. Er hatte etwas gelernt:

Es kommt nicht darauf an, was man schenkt, sondern dass man es mit Liebe tut.

*

Heidrun Gemähling: Das Osterhasenmärchen

Das Osterhasenmärchen

© Heidrun Gemähling

Es gab in einem großen tiefen dunklen Wald eine Osterhasenschule. Alle kleinen Häschen besuchten sie jeden Tag und lernten Ostereier zu bemalen. Es gab in dieser Schule viele kleine Tische, auf denen die Eier in einer Halterung standen, damit sie nicht umgestoßen werden konnten, denn zwischendurch tobten die Häschen wild umher. Nur eines nicht, das saß ganz in der Ecke auf einer Kiste und schaute nur Tag für Tag dem ganzen Treiben zu. Niemand wurde gezwungen ein Osterhase zu werden, denn das war eine Regel der Osterhasenschule. Dieses kleine zuschauende Hasenkind spitzte die Ohren nach allen Seiten, um irgendwie zu erfahren, woher denn die immer neuen Eier kämen. Manchmal rief es quer durch den Raum: „Hallo Freunde, kann mir mal einer sagen wo täglich die Eier herkommen?“ Dann wieder zupfte es jeden Einzelnen am Fell und fragte mit schriller Stimme: „Wann hast du dieses Ei gelegt und wo?“ Dem Osterhasenoberlehrer war das nicht recht und er schlich sichtlich nervös durch Reihen und Bänke, in der Hoffnung, dass das kleine fragende Häschen bald verstummen möge. Jedes mal wenn es wieder Fragen stellte, taten alle sehr beschäftigt, tauchten große und kleine Pinsel in bunte Farbentöpfe, drehten die Eier hin und her, konzentrierten sich einfach nur auf das Anmalen. „Warum malst du nicht mit?“, fragte eines Morgens ein neuer Hasenlehrer den in der Ecke sitzenden kleinen Hasen, der wie immer seine Ohren spitze, um doch noch irgendwie auf das „Geheimnis“ der Osterhasen zu kommen.

Von seinen Eltern erfuhr es stets, dass Hasen keine Eier legen können, sondern ganz ganz niedliche winzige klitzekleine Häschen bekämen. Daher wurde seine Neugierde immer größer und es dachte Tag und Nacht darüber nach, wie es dem Geheimnis auf die Spur kommen könnte. Eines Tages hatte es eine Idee.

Es hatte bemerkt, dass alle zur gleichen Nachmittagszeit nach Hause gehen mussten und durften auch niemals zurückkommen, falls sie etwas vergessen hatten. So wollte es die Schulleitung. Jeden Tag schrieb ein anderer kleiner lernender Osterhase die Regeln mit bunter Hasenkreide an eine Tafel, die gegenüber der Tür hing. Als das neugierige Häschen mal fragte: „Warum müssen wir denn so pünktlich gehen und dürfen nicht noch ein wenig bleiben oder zurückkommen?“, fasste der neue Hasenlehrer ihn bei den Ohren, hob ihn hoch und schwang ihn durch die Lüfte hin und her. „So ergeht es jedem von euch, der unnötige Fragen stellt, denn Osterhasen legen seit vielen Jahrhunderten Eier und damit basta!“ Ängstlich und erschrocken hoppelten die gehorsamen Hasen schnell nach Hause.

Nur das neugierige Häschen nicht, denn es versteckte sich heimlich still und leise in die Kiste in der Ecke, auf der es immer saß und nachdachte. Es war bereits finster geworden, als knarrend die Tür aufging und ein alter Hase mit einer Kiepe auf dem Rücken in den Raum trat. Er stellte den Korb auf den Fußboden und packte vorsichtig die schönen bunten Eier in die Kiepe, setzte sich anschließend in die Hocke, schnallte sich alles auf den Rücken und machte sich schnaufend davon. Was das neugierige Häschen da zu sehen bekam, war so beeindruckend und spannend, dass es sich ebenfalls aus der Tür schlich und dem alten Osterhasen nachhoppelte, aber leise und unbemerkt. Lange schlichen sie so durch den dunklen Wald bis hin zu einer Lichtung. In der Nähe stand ein altes Bauernhaus mit einem angrenzenden Hühnerstall, in den der schwerschleppende Hase verschwand. Vorsichtig schloss er die morsche Tür und stieg einige Stufen die Hühnerleiter hinauf. Von großer Neugierde geplagt stellte sich das Häschen draußen hoch auf die Hinterbeine und schaute durch eine geöffnete Luke. Was es da sah, konnte es kaum fassen. Seine sonst gespitzten Ohren klappten vor Schreck nach unten und seine langgestreckten Hinterbeine fingen an zu zittern. Es sah die friedlich schlafenden Hühner, die von weißen Eiern umgeben waren und sah aber auch, wie der alte Hase diese Eier mit seinen mitgebrachten bunten Ostereiern vertauschte. „Also das ist das besagte, ewige Osterhasengeheimnis“, dachte das kleine Häschen und stellte sich hinter einen dicken Holzbalken, um vom alten Osterhasen nicht gesehen zu werden, wenn er den Hühnerstall verlässt. „Ich hab’s wieder geschafft“, hörte es den Alten murmeln, der wieder mit der neuen weißen Eierlast im dunklen Wald verschwand.

Da das neugierige Häschen nun aber noch nicht wusste, was mit den bunten Eiern geschah, blieb es bis zum Morgen in seinem Versteck. Eine gekrümmte alte Frau kam schlurfend auf den Hühnerstall zu, öffnete die Tür und holte freudestrahlend die buntbemalten Eier aus den Nestern. „Welch eine Freude für die vielen Kinder in unserem Land!“, rief sie laut in die Morgenlüfte, denn hören konnte sie keiner weit und breit. Das nächste Haus war weit entfernt.

Das ist nun das „Osterhasengeheimnis“. Wie immer ging das neugierige Häschen in die Osterhasenschule und saß diesmal wissend und gelassen auf der gewohnten Kiste in der Ecke. Es lächelte still schmunzelnd vor sich hin und sang ein selbstgedichtetes Hasenlied. „Ich bin ein schlauer Hase und gebe keine Ruh‘, denn Hasen legen nicht Eier vor Ostern immerzu. Oho, aha, ihi – ich bin ein schlauer Hase!“ Dieses wiederholte er oft und gerne, bis der Oberhasenlehrer, der das schon draußen hören konnte, ihm erneut die Ohren lang zog und ihm das Lied ein für allemal verbot. Beschämt aber nicht traurig setzte es sich still in seine Ecke. All seine Hasenfreunde fingen auch an, ihm das Singen zu verbieten, denn sie wollten gute Osterhasen werden und mussten daher viel lernen.

Eines Morgens stellte sich das neugierige Häschen auf die Kiste und sagte mit fester Stimme: „Seit ich das Geheimnis der Osterhasen kenne, hält mich nichts mehr in dieser Osterhasenschule. Ich will kein Osterhase mehr werden, denn ich suche mir lieber eine Hasenfrau, und die legt mir klitzekleine süße Hasenkinder ins Nest. Ich gehe jetzt und komme auch nie mehr zurück!“ Erstaunt schauten die übrigen Hasen und der Oberhasenlehrer dem davonhüpfenden Häschen hinterher, das nie wiederkam. Mit ihm verschwand auch das Osterhasengeheimnis. Weil alle anderen Osterhasen es nie erfahren konnten, verbreitete sich dieses Märchen vom „eierlegenden Osterhasen“ über die ganze Erde.

Zu Hause erzählte das nun wissende Häschen alles ausführlich seinen Eltern. Sie nahmen es in den Arm, drückten und küssten den Kleinen so heftig, dass er ganz verzottelt aussah und bestätigten ihm erneut, dass Hasen keine Eier legen können, sondern nur die Hühner. „Aber warum gibt es denn dieses Osterhasenmärchen?“, fragte es ganz leise und sah hinauf zu seinen Eltern. „Warum,“ erwiderte der Vater „weil die kleinen Menschenkinder gerne Märchen hören und die Erwachsenen sie gerne erzählen.“

*

Kathrin Sehland: Blumenzauber

Osterei - Bemalt von Marianne Schaefer
 

Blumenzauber

© Kathrin Sehland

Cornelius streifte bekümmert durch die weiten Wiesen des Osterlandes. Seine Gedanken schwirrten um die morgige Prüfung zum Ostereiermaler. Wie sollte er sie nur bestehen? In der Schule hatten sich alle über ihn lustig gemacht und über seine Malergebnisse sogar schallend gelacht. Der Mallehrer, Meister Eierbunt, hatte stets mit dem Kopf geschüttelt, wenn Cornelius sein bemaltes Ei zur Begutachtung ablieferte. Nie war er zufrieden, bemängelte die Blumen, die Muster und die ausgewählten Farben. Cornelius konnte es einfach nicht besser.
Dennoch gab er sich Mühe. Immer wieder versuchte er, die Blumen auf die Eier zu malen. Sie sollten vollkommen sein, mit Stiel, Blatt und Blüte. Das Resultat waren Gebilde, die an Gespenster oder sonst welche gruseligen Gestalten erinnerten, auf keinen Fall an Frühjahrsblüher.
Es war eben schwierig, die Natur lebensecht auf einem Ei abzubilden. Sie ist so einzigartig und kompliziert. Wie konnte er, als kleiner Hasenjunge dies alles begreifen und zu malen vermögen?
Farben bereiteten ihm ebenfalls Schwierigkeiten, immer schien er die falschen auszuwählen. Wenn es schon einer Tulpe ähnelte, dann war sie lila und stand vor einem dunkelblauen Himmel, der an einen Gewittertag erinnerte. Oder, Blesshühner in schwarz, ließen selbst ihn am Ende erschaudern. Es gibt natürlich Blesshühner, die auf dem See schwimmen und eben mal schwarz sind. Aber Ostern soll doch ein fröhliches Fest sein, und da würden sich gelbe Entchen einfach viel besser machen.
Nein, wahrscheinlich würde er nie ein richtiger Ostereiermaler werden.
Cornelius setzte sich ins weiche Gras. Tränen kullerten übers Gesicht, er schluchzte und wischte mit dem Fell seiner Pfote über das tropfende Näschen. Es war alles so traurig. Keiner konnte ihm helfen. Wie auch? Wenn nicht einmal Meister Eierbunt es ihm in der Schule beibringen konnte. Entweder man ist ein guter Ostereiermaler, oder eben nicht.
Mitten in seinem größten Kummer spürte er ein sachtes Tippen auf seiner Schulter. Sicherlich ein Grashelm, der im Wind wiegt, dachte Cornelius. Doch das Tippen wurde stärker. Was war das nur? Ein Grashalm sicherlich nicht. Leise beschlich ihn ein banges Gefühl. War da etwa jemand hinter ihm? Sollte er sich umdrehen oder sollte er lieber schnell davon laufen? Nur kurz überlegte er. Dann stand für ihn fest: Er war zwar kein Ostereiermaler, aber ein Angsthase war er schon gar nicht.
Sachte schnüffelte Cornelius mit seinem Näschen. Ein süßer Blumenduft stieg ihm in die Nase. Vorsichtig drehte er sich um und was er sah, verblüffte ihn sehr. Etwas so schönes hatte er noch nicht gesehen. Wunderschön. Und ein Wunder schien es zu sein. In einem hellblauen Schein schwebte da ein Mädchen in einem zartrosa Kleid. In der Hand hielt es wie ein Zepter einen Stängel Vergissmeinnicht.
„Wer bist du?“, stotterte Cornelius etwas blass.
Das Mädchen kicherte und ihre goldigen Locken wippten dazu. „Ich“, sprach sie mit einer piepsender Stimme, „ich bin Mirianda, die Blumenfee.“
Dabei schwenkte sie das Vergissmeinnicht und lauter kleine Blüten schwirrten in einem bunten Farbenspiel durch die Luft.
Cornelius staunte über diese Herrlichkeit. „Willst du etwas von mir?“, fragte er verdutzt.
„Nun ja, wenn man es richtig nimmt, dann willst du eigentlich etwas von mir, Du weißt es bloß noch nicht“, antwortete die Blumenfee recht rätselhaft.
Cornelius überlegte. Nein, das konnte nicht sein. Er wollte nichts von einer Blumenfee. Er hatte noch nicht einmal gewusst, dass es eine gibt. Es hatte auch niemand Geburtstag, dem er hätte ein paar Blumen schenken können. Er war doch hier, um seiner Traurigkeit nachzuhängen.
„Das einzige, was ich möchte, ist Ostereiermaler zu werden. Weiter nichts. Und dabei kannst du mir, glaube ich, auch nicht helfen. Das hat ja Meister Eierbunt schon versucht.“
Wieder zeichnete die Blumenfee mit ihrem Vergissmeinnichtzweig einen Bogen in die Luft und zauberte tausend Blüten.
„Oh, lieber Cornelius“, säuselte Mirianda ganz warmherzig. „Da irrst du dich. Ich kann dir sehr wohl helfen, ein Ostereiermaler zu werden. Komm mit! Aber sei vorsichtig, zertrete bitte keines von meinen kleinen Blumenkindern!“
Und Mirianda schwebte durch die Wiesen. Im Vorübergehen streichelte sie die Löwenzahnblüte, gab dem Märzenbecher einen Kuss, stupste die Butterblume an, winkte der Tulpe, herzte die Wildrose, berührte den Krokus und läutete die Glockenblume. Die Blumen jauchzten vor Vergnügen und Cornelius lächelte ihnen bewundernd zu. Ganz behutsam bewegte er sich an ihnen vorbei und inmitten der dichten Wiese machte Mirianda Halt. Sie waren umringt von unzähligen und den prächtigsten Blumen. Sie leuchteten in den schönsten Farben.
„Hier werde ich dir zeigen, wie eine Blume beschaffen ist und du wirst lernen, sie zu malen“, sagte Mirianda mit ihrer Piepsstimme.
Ungläubig blickte Cornelius in die himmelblauen Augen der Blumenfee. Wie sollte er hier das Malen erlernen, ohne Eier, ohne Farben, ohne Pinsel und wo dies nicht einmal Meister Eierbunt in der Schule geschafft hatte?
Mirianda legte vorsichtig ihr Zepter in Cornelius’ Hasenpfote und nahm diese in ihre Hand. Ganz behutsam führte sie seine Pfote mit dem Vergissmeinnichtzweig über ein Schneeglöckchen. Dabei umrandete sie Stängel, Blätter und Blüte. Cornelius war fasziniert. Als hätte er selbst das Schneeglöckchen gemalt. Es war doch ganz einfach. Stängel, Blätter, Blüte. Einfach umranden und schon ist die Blume gemalt.
Eine Blume nach der anderen umrandeten sie mit dem Zepter. Cornelius wurde immer eifriger, einen Riesenspaß machte es ihm. Unbemerkt lockerte die Blumenfee ihren Griff und gab ihn endlich ganz auf. Jetzt umrandete er allein das Gänseblümchen, die Glockenblume, die Nelke, Hyazinthe, Blausternchen, bis er an eine Stelle der Wiese kam, an der keine Blumen, sondern nur Gras wuchs. Doch Cornelius merkte dies gar nicht. Er machte einfach weiter. Mit dem Vergissmeinnichtzepter malte er wie mit einem Pinsel, die ihm bekannten Blumen in die Luft. Und die karge Wiese füllte sich mit ihnen. Immer dichter drängten sie sich. Doch all die herrlichen Blumen waren farblos und leer. Hindurchblicken konnte man durch sie. Das ließ Cornelius traurig die Arbeit beenden.
„Danke fürs Blumen malen lernen“, sagte Cornelius und fügte enttäuscht hinzu: „Aber siehst du, ich kann nun zwar Blumen malen, aber mit Farben kenne ich mich nicht aus.“
Mirianda lächelte lieblich und streichelte Cornelius’ Fell zwischen seinen Hasenohren. Sie nahm ihr Zepter und malte wieder einen Bogen in die Luft. Doch diesmal schwirrten keine Blumen, sondern aus dem sonnenklaren Himmel fielen Regentropfen zu Boden. Nichts geschah, außer, dass alle Blumen ihre Blüten verschlossen. An den farblosen änderte sich nichts.
Cornelius’ fragender Blick entrückte Mirianda ein zartes Lächeln – „Warte noch eine kleinen Moment!“ – und wies ihr Angesicht gen Himmel. Cornelius tropfte der Regen in die Augen und er blinzelte. Und als ob er es kaum glauben wollte, da zeichnete sich am Himmel ein Farbenspiel ab. Natürlich. Da hätte er doch auch selbst darauf kommen können! Die Sonne, der Regen, das ergab einen Regenbogen. Und der leuchtete in vollster Pracht, kräftig wie nie, in seinen schönsten Farben. Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Ein herrlicher Anblick, ein Regenbogen so schön, wie er ihn noch nie gesehen hatte. Und als des Regens Tropfen über den Bogen perlten, färbten sie sich in den schönsten Farben. Kunterbunt fielen die Regentropfen zu Boden.
„Wie wunderschön!“ rief Cornelius freudig aus, heftete seinen Blick an die fallenden bunten Tropfen und verfolgte ihren Flug. Als sie die farblosen Blumen berührten, glaubte er seinen Augen kaum. Die bunten Regentropfen vermochten ein Wunder. Sie färbten die Blumen in ihre natürlichen Farben ein. Stängel und Blätter grün, in verschiedenen Farbtönen, die Blüten der Krokusse blau, gelb, lila, weiß, der Tulpen rot und gelb, des Mohns orange, der Rose purpurfarben und des Vergissmeinnichts himmelblau mit einem gelben Punkt.
Cornelius klatschte vor Freude in die Pfoten und Mirianda freute sich mit ihm. „Siehst du, Cornelius, das ist das, was du von mir wolltest. Du wusstest es bloß nicht. Jetzt kannst auch du malen und mit Farbe umgehen, und wirst die Prüfung bestehen und ein richtiger Ostereiermaler werden.“
„Kann ich das wirklich?“, zweifelte er noch.
„Aber ja“, lachte Mirianda. „Sieh dir nur die Farben des Regenbogens genau an! Du wirst sie nicht mehr vergessen und sie werden sich in deinen Ostereiern widerspiegeln.“
Versonnen blickte Cornelius hinauf zum Regenbogen, bis dieser langsam verschwand.
„Und was mache ich mit den Mustern?“, fragte er immer noch ganz ungläubig. „Ich kann keine Muster malen. Aber auch das gehört unbedingt zur Prüfung dazu.“
Mirianda kicherte los: „Natürlich kannst du das. Jeder kann Muster malen. Aber zur kleinen Unterstützung werde ich dir einen guten Freund schicken.“
Mirianda umarmte Cornelius und flüsterte ihm: „Viel Glück!“, ins Ohr. Dann wies den Weg durch die Wiese nach Hause. „Aber gibt auf die Blumen Acht!“
Das hätte Cornelius sowieso. Nun liebte er die Blumen auf eine ganz besondere Art.

Cornelius blinzelte in die Sonne und gähnte. Er rieb sich die Augen. War er etwa hier, mitten auf der Wiese eingeschlafen. Dann fiel ihm Mirianda ein. Cornelius überlegte. Sollte es nur ein Traum gewesen sein? Ach, wie schön wäre es gewesen, wenn er nun wirklich hätte malen können. Die Angst vor der morgigen Prüfung war stärker, als je zuvor. Mutlos trottete er nach Hause.

Am nächsten Morgen kam Cornelius zitternd in der Hasenschule an. Meister Eierbunt strich ihm liebevoll über den Kopf: „Gib einfach dein Bestes!“
Für Meister Eierbunt war Cornelius ein lieber Kerl und deshalb versuchte er von Herzen, ihm Mut zu machen.
Die Prüfungsaufgaben wurden verteilt. Aufgabe war es, ein Ei bunt, mit allem, was die Natur zu bieten hat zu gestalten und eines, komplett mit einem Muster zu überziehen.
Mutlos atmete Cornelius tief durch. Er stützte sein Kinn auf beide Pfoten und schaute versonnen gen Himmel. Dabei überlegte er, ob er gleich aufgeben und lieber nach Hause gehen solle. Doch wie er in das Blau des Himmels sah, merkte er, wie sich dieser einfärbte. Immer kräftiger werdend, strahlte dort ein herrlich leuchtender Regenbogen in den prächtigsten Farben.
So schnell hatte man Cornelius noch nie zum Pinsel greifen sehen. Er fasste ihn wie das Zepter der Blumenfee Mirianda und ohne zu überlegen, tauchte er in die Farbtöpfe und malte die wunderschönsten Blumen von Miriandas Wiese. Als sein Ei fertig war, erschrak er fast ein klein wenig über sich selbst. Es war das schönste Osterei, nicht nur was er je gemalt hatte, nein, was er je gesehen hatte!
Vorsichtig legte er es beiseite und griff das zweite zu bemalende Ei. Etwas einfallslos drehte er es zwischen den Pfoten. Ein Muster, was sollte er nur für ein Muster malen? Mirianda hatte gesagt, dass das jeder könne. Aber er? Nein, Cornelius wollte kein Muster einfallen. Vielleicht ein paar Kreise, oder Kringel, überlegte er. Da landete unvermittelt ein Marienkäfer inmitten des roten Farbtopfes. Cornelius glaubte schon, ihn vor dem sicheren Farbentod retten zu müssen, aber der Marienkäfer patschte mit seinen kleinen Füßchen nur ein paar Mal in die Farbe und flog schnurstracks zu dem weißen Ei in Cornelius’ Pfote, auf dem er eine perfekte Punktlandung hinlegte. Dann tippelte er auf dem Ei entlang. Überall stempelten sich rote Marienkäferfüßchen ab.
„Hey, du verdirbst doch mein Ei!“, schimpfte Cornelius leise und wollte ihn schon vom Ei entfernen. Doch da wurde ihm klar, dass der Marienkäfer nicht ziellos auf dem Ei herumtippelte, nein, unter seinen Füßen entstand ein herrliches Muster. Cornelius brauchte nur noch die Farben auszuwählen, was er ja nun perfekt beherrschte, und das Muster nachzuzeichnen. Im Nu lag dort ein prachtvolles Musterei.
Meister Eierbunt blieb der Mund offen stehen über diese Herrlichkeiten und sparte nicht mit Lob für seinen Problemschüler Cornelius. Er hatte die Prüfungsaufgabe als Bester gelöst und konnte somit als Ostereiermaler in die Manufaktur aufgenommen werden.
Cornelius strahlte über beide Hasenwangen. Glückseliger konnte ein Osterhase nicht sein.
„Danke!“, flüsterte er dem Marienkäfer zu. Und als dieser die Flügel zum Abflug ausbreitete: „Sage der Blumenfee einen lieben Gruß von mir! Ich werde sie nie vergessen.“
Cornelius sah dem Marienkäfer hinterher. Genau dort wo sich zuvor der Regebogen befunden hatte, flog er am nun hellblauen Himmel einen weiten Bogen und von dort aus schwebte ein tanzender Reigen kleiner bunter Blüten auf Cornelius herab.

***

Engel Bert: Ach, du lieber Osterhas

Ostern – Ostergedicht – lustiges Osterhasengedicht

Ostergedicht – Ach, du lieber Osterhas

Ach, du lieber Osterhas

© Engel Bert

Ach, du lieber Osterhas,
mir ist so bitterkalt.
Es ist nun Anfang Januar,
ach komm doch bitte bald.

Ach, du lieber Osterhas,
wenn die Narren feiern
im Februar, dann sehn ich mich
nach bunten Ostereiern.

Ach, du lieber Osterhas,
die ersten Blumen blühn im Garten.
Wir schreiben nun den Monat März,
lass mich nicht so lange warten.

Ach, du lieber Osterhas,
was für eine Feier!
Der April macht was er will
und du bringst bunte Eier.

Ach, du lieber Osterhas,
der Mai, er ist nun da.
Du Guter, du hast Urlaub nun
fast ein ganzes Jahr.
Ich wünsch dir eine schöne Zeit,
richt meinen Blick voran
und freue mich, du ahnst es wohl,
schon auf den Weihnachtsmann.

***
Hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Manfred Schröder: Ostern

Ostergedicht – Ostern

Ostern

© Manfred Schröder

Jeschua starb auf Golgatha,
und ward nicht mehr geseh’n.
Dann hatte Paulus einen Plan
und ließ ihn wieder auferstehn.

So entstand das Osterfest,
die Christusauferstehungsfeier.
Mir und den Kindern ist’s egal,
wir suchen Ostereier!

Claudia Sperlich: Auferstehung

Ostergedicht – Auferstehung

Auferstehung

© Claudia Sperlich

Lass, mein Gott, mich auferstehen
aus der Trägheit meines Herzens
aus der Trägheit meiner Sinne
in das Leben, in die Liebe.

Lass mich lieben, lass mich glauben
an den Sinn mit allen Sinnen
an die Freude voller Freude
an das Leben, an die Liebe.

Lass mich auferstehn und handeln,
voller Geist und Ernst und Freude,
voller Mut und voller Weisheit,
voller Leben, voller Liebe.

Gaby Schumacher: Patschi und Löffel

Patschi und Löffel

© Gaby Schumacher

Auf einer in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Blumenwiese lebten zwei Hasenkinder. Als die beiden Winzlinge sich kennen lernten, schnupperten sie aufgeregt aneinander. Sie mochten sich sofort gut leiden. Es waren ein Mädchen und ein Junge. Das Hasenmädchen hieß Patschi und der Hasenjunge Löffel. ‚Patschi‘ wurde so gerufen, weil es sehr gerne mit den Pfoten auf dem Boden herum trommelte und dabei machte es jedes Mal deutlich ‚patsch‘. Löffel dagegen trug seinen Namen, weil er außergewöhnlich lange Ohren hatte, eben so richtige Löffel.

Die Zwei schwärmten für dieselben Hasenkinderspiele wie Nachlaufen und Verstecken und tobten den halben Tag miteinander herum. Sie zankten sich nie, sondern verstanden sich prima.

Patschi und Löffel wuchsen heran und gingen gemeinsam in die Hasenkinderschule. Sie waren unzertrennlich und liefen sogar in der Schule Pfote in Pfote. War ein fremder Hasenjunge böse zu Patschi, wischte Löffel dem eins, dass jenem das Hören und Sehen verging und er Haken schlagend Reißaus nahm. Ärgerte jemand ihren Löffel, brauste Patschi vor Wut auf und verteidigte ihren Freund.

In der Schule lernten die beiden, dass ein Hasenleben nicht nur ausgesprochen schön, sondern leider auch sehr gefährlich war. Vor großen Raubvögeln, dem Fuchs, den Hunden und vor allem den Jägern hieß es auf der Hut zu sein. Die Jäger waren die Menschen mit den Flinten. Bollerten die los, dann war größte Vorsicht angesagt. Viele der jungen, unerfahrenen Häschen wurden zur Beute und starben, bevor sie richtig gelebt hatten. Patschi und Löffel waren sehr fleißige Schulkinder, spitzten aufmerksam ihre langen Ohren und merkten sich jedes Wort.

Aber es gab genauso Schönes zu berichten: Lehrer ‚Schnupper‘ erzählte viel Lustiges. Seine Schüler kicherten oft laut deswegen. Zudem verriet er ihnen, dass auf den benachbarten Äckern leckere Möhren und Salatköpfe wuchsen. Oft fanden die Hasen diese Köstlichkeiten sogar in den Gärten der Menschen, weil diese auch gerne Salat und Möhren aßen.

Hasen werden schnell erwachsen. Patschi war eine bildhübsche Hasenfrau und Löffel ein ebenso schöner Hasenmann geworden. Mittlerweile wagten sie lange Ausflüge, die sie weit weg von zu Hause führten. Eines Tages, sie stromerten gerade durch einen kleinen Wald, hörten sie in der Nähe ein Schnaufen.

„Was ist das?“, bibberte Patschi.

„Keine Ahnung!“, antwortete Löffel verunsichert.

Irgendwie witterten sie Gefahr und duckten sich platt ins hohe Gras.

Das Schnaufen wurde lauter und lauter. Löffel riskierte einen Blick nach oben und erstarrte. Ein paar Meter von ihm entfernt stand einer ihrer Todfeinde, ein Fuchs. Der war offensichtlich sehr hungrig, hatte sie anscheinend schon gerochen und wartete wohl nur noch auf den günstigsten Moment, sich jene leckere Mahlzeit zu holen. Er pirschte sich näher und näher heran.

„Löffel, ich hab‘ Angst. Ich will nicht gefressen werden!“ Patschi drängte sich eng an Löffel.

„Patschi, pass auf: Rühr‘ dich nicht von der Stelle, ja?“ „Was hast du vor?“ Doch Löffel gab keine Antwort, sondern stellte sich auf seine vor Furcht wackelnden Beine.

‚Der darf meine süße Patschi nicht kriegen. Den lenk ich ab!‘, dachte er.

Löffel verschwand. Er brachte sich nicht etwa in Sicherheit, sondern hoppelte direkt auf den Fuchs zu. Jener gemeine Kerl leckte sich bereits sein Maul und setzte zum Sprung an. Patschi in ihrem Versteck starb fast vor Furcht. Trotzdem schielte sie aus den Augenwinkeln hinter Löffel her.

„N… nein, nicht meinen L… Löffel!“

Löffel war ein kluger Hase, der in der Schule stets gut aufgepasst hatte. So wusste er, dass er viel wendiger war als dieser grobe Klotz da vor ihm.

„Du wirst dich umgucken!“, murmelte er.

Dann rannte Löffel los. Er schlug einen Haken nach dem anderen. Der Fuchs raste mit heraus hängender Zunge immer hinterher, nach rechts, nach links, dann geradeaus und wieder zurück. Stets, wenn der Räuber unseren Löffel fast erreicht hatte, sprang dieser mit einem hohen Satz zur Seite. Der verwirrte, Fuchs stand für einen Moment lang wie angewurzelt da. Bestimmt ärgerte er sich schwarz, dass er den Hasen nicht erwischen konnte.

Schließlich, als Löffel ihm ein weiteres Mal vor der Schnauze herum getanzt und dann wie ein geölter Blitz verschwunden war, gab der vom Jagen erschöpfte Fuchs keuchend auf und schlich zurück in den Wald in seinen Bau, um dort geknickt seinen Mittagsschlaf zu halten.

Löffel aber war putzmunter und obendrein sehr stolz. Er hatte seiner Patschi und sich selber das Leben gerettet.

‚Wie lieb ich sie habe!‘, dachte er.

Kurz darauf traf er wieder bei Patschi ein.

„Löffel, dir ist nichts passiert. Ich bin ja so glücklich!“, begrüßte ihn das Hasenmädchen.

‚Heute frag‘ ich sie!‘, nahm sich Löffel vor.

Aber, bevor er es täte, würde er noch ein schönes Geschenk besorgen.

„Duuh – bin gleich wieder da!“, strahlte er sie an und war weg.

Patschis Herz klopfte. Sie ahnte, dass etwas Besonderes geschehen würde.

Ein paar Minuten später kam Löffel mit stolzgeschwellter Brust zu ihr zurück. Im Maul trug er eine dicke Möhre.

„Patschii?“, fragte er leise.

„Jahaah?“, kam es ebenso leise zurück.

„Du hast mich lieb, ja?“

Oh ja, da brauchte Patschi kein bisschen erst zu überlegen.

„Sogar ganz doll!“

Löffel legte die Möhre zu ihren Pfoten:

„Patschi, willst du meine Frau werden?“ Statt einer Antwort erntete er ein stürmisches Nasenküsschen. Dann hoppelte unser Liebespärchen eilig nachhause, damit alle anderen Hasen es erfahren sollten, dass sie heiraten wollten.

In den nächsten Tagen bereitete die Hasenverwandtschaft alles für die Hochzeit vor. Auf einem Baumstumpf wurden Möhren und frische Salatblätter angeboten Eine Höhle in einem der umstehenden Bäume diente als Kirche. Die Hasenfrauen knüpften lange Girlanden aus bunten Blumen. Mit der verzierten sie den Eingang der Höhle. Auf einem Baumstumpf neben der Höhle wurden Leckereien wie eine tolle Möhrentorte und frische Salatblätter angeboten. Der freie Platz vor der Höhle diente als Tanzfläche. Ein Grillenorchester spielte liebliche Melodien.

Dann erschien das Brautpaar. Patschi trug ein Salatblatt-Rüschenkleid mit einer Möhrenscheibenbrosche und sah umwerfend aus. Löffel hatte einen leuchtend orangefarbenen Möhren-Smoking gewählt mit einem dazu passenden Stock-Zylinder, der mit einer Möhre geschmückt war. Auch er sah toll aus.

Anstatt sich Ringe über die Vorderpfoten zu streifen, gaben sie sich einen besonders innigen Nasenkuss. Jetzt waren sie verheiratet. Danach hopsten sie verliebt den Brautwalzer. Alle anderen Hasen freuten sich mit ihnen. Die Hasengesellschaft feierte bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Als alle Gäste sich auf den Heimweg gemacht hatten, legten sich Patschi und Löffel erschöpft in ihr Hasenbett. Dicht aneinander geschmiegt, schlummerten sie selig ein.

Seitdem ist ein ganzes Jahr vergangen. Wieder einmal ist es Sommer und auf den Wiesen spielt der Hasennachwuchs. Ob wohl Patschis und Löffels Kinder dabei sind?

Fragt sie doch einmal!

*

Hans Seldron: Der stolze Hahn

Der stolze Hahn

© Hans Seldron

Im Hühnerstall ist jetzt was los,
weil in der Osterzeit
Dick und Dünn und Klein und Groß
nach bunten Eiern schreit.

Die Hühner gackern Tag und Nacht
und legen Ei um Ei.
Der Hahn stolziert in voller Pracht,
ihm ist das einerlei.

Von Arbeit hält der Hahn nicht viel,
er hält sich für schlauer.
Die Arbeit ist für’s Hühnervieh,
doch da naht schon der Bauer.

Und dann wird der stolze Hahn
– dreimal darfst du raten –
gefangen, geschlachtet und gerupft
und endet als Osterbraten.

Und die Moral von der Geschicht:
Wer fleißig seine Arbeit macht,
der wird nicht so schnell umgebracht.
Doch wer zu hoch trägt seinen Kopf,
der landet manchmal rasch im Topf.

*

Und hier gibt es eine kleine Sammlung von Ostergedichten.

Claudia Sperlich: Hinrichtung

Hinrichtung

© Claudia Sperlich

Die Wolken reißen auf. Tief steht die Sonne.
Die Fieberhitze wird zur Liebesglut.
Ich rufe meinen Vater, und im Augenblick
ist Mama da in einem: warmen Schuppen,
Arbeiter, die ihr Brot und Decken bringen –
die Wüste dann … wir müssen eilig weiter –
die Alten dann, die mir, dem Jungen, lauschen –
die Hochzeit dann … die Sorge um den Wein –
die schöne Frau (sie scheint mich zu erkennen) –
der Garten, wo mein Freund mir Blumen pflückte –
der Garten, wo mein Vater mich besuchte –
der Garten, wo ich gestern erst gebetet –
das Abendbrot … es gab so viel zu sagen –
Jehuda, Freund, hat es so müssen sein?

*

Katharina Britzen: Jiggollo aus Hühneregg

Jiggollo aus Hühneregg

© Katharina Britzen

Kurz vor Ostern herrschte in Hühneregg Aufruhr. Das hatte einen Grund. Hatte doch der Bauer den Hahn Jiggollo, der in die Jahre gekommen war, davongejagt.

„Du bist alt, Jiggollo, du bist zu nichts mehr nütze. Mach dich davon. Ich will dich hier nicht mehr sehen“, hatte er Jiggollo angeherrscht und ihm gedroht: „Wenn du nicht sofort aus Hühneregg verschwindest, landest du im Kochtopf.“

Wie rannte da Jiggollo um sein Leben. Hinein in den dunklen Wald. Er konnte sich nicht einmal mehr von seinen Freunden verabschieden.

Sämtliches Hühnervieh von Hühneregg war geschockt. Sie waren entsetzt über diesen herzlosen Bauern. An diesem Morgen war ihnen das Eierlegen gründlich vergangen und kein Kikeriki weckte Hühneregg. Stattdessen verbreitete sich in ganz Hühneregg Empörung.

So was hatte Jiggollo nicht verdient. Jahrelang war er treu und redlich seiner Arbeit nachgegangen. Es war auch sein Verdienst, dass ihre Eier weit über die Grenzen von Hühneregg hinaus bekannt waren. Nicht umsonst belieferte Hühneregg alljährlich die Osterhasen in der ganzen Welt. Und wie sie in den letzten Wochen geschuftet hatten! Für das bevorstehende Osterfest. In Hühneregg lief die Eierproduktion auf Hochtouren.

„Eure Eier schmecken gut. Der Dotter ist herrlich gelb. Selbst beim Kochen platzen sie nicht auf. Haben eine glatte, schöne Schale, die sich wunderbar bemalen lässt“, hatte Osterhase Stummelschwanz geschwärmt. Zum Beweis ein frisch gefärbtes Osterei in Regenbogenfarben geschält und vor aller Augen herzhaft hineingebissen. „Mmmmhhhh. Lecker. Meine Leibspeise sind und bleiben Ostereier.“ Nicht ein Krümel Ei war übrig geblieben. Körbeweise transportierten die Osterhasen die Eier in ihre Malstuben.

Noch in derselben Nacht berief Glucke Mia, eine Freundin von Jiggollo, eine Versammlung ein. Alle kamen. Im Schutz der Nacht kletterten sie über die Hühnerleiter nach Hühneregg. Unter ihnen auch Küken.

Mia hatte auf der obersten Sprosse Platz genommen. Nachdem alle Hühner eingetroffen waren, eröffnete sie die Versammlung mit den Worten: „Ihr Hühner von Hühneregg. Unserem Freund Jiggollo ist etwas Grausames widerfahren. Dieses Schicksal kann auch uns treffen. Jiggollo ist aus Hühneregg davon gejagtworden wie ein räudiger Hund. Das dürfen wir nicht zulassen. Es ist unsere Pflicht, Jiggollo zu helfen. Er soll wieder zurück in unser Dorf kommen. Zurück nach Hühneregg, das sein Zuhause ist.“

Daraufhin hatten die Hühner ihre Federn gespreizt, mit den Zehen gescharrt und erbost gegackert. „Gockgockgockockockkkkkko … Unverschämt. Den armen Jiggollo einfach so zu verjagen … gockgockgockgockkkkkkkoooock. Dieser böse Bauer.“

Mia gackerte: „Beruhigt euch, Freunde. Bitte Ruhe. So kommen wir nicht weiter. Lasst uns überlegen, wie wir Jiggollo helfen können. Denkt nach. Wer hat eine Idee?“

Die Versammlung hatte die ganze Nacht gedauert. Hin und her hatten die Hühner überlegt. Ohne Erfolg. Verzweiflung machte sich unter dem Federvieh breit. Sie malten sich aus, wie Jiggollo allein durch den finsteren Wald irrte. Verfolgt vom Fuchs. Ihnen schien, als sei Jiggollo für immer verloren. Als dann der Morgen graute, erste Sonnenstrahlen durch das Fenster blinzelten, nahm das Küken Lily all seinen Mut zusammen. Sie erhob sich und flatterte zu Mia auf die oberste Hühnerstange. Dort wandte sich Lily an die Hühner. „Was haltet ihr davon, wenn ihr einfach keine Eier mehr legt. Wir sagen dem Bauern: Eier gegen Jiggollo. Erst wenn Jiggollo zurück in Hühneregg ist, legen wir wieder Eier.“

Erst waren die Hühner amüsiert, dass das Kleinste unter ihnen sich traute, einen Vorschlag zu machen. Aber nach und nach ging allen ein Licht auf. Ja, so könnte es klappen. Jubel brach los. Die ersten Hühner gackerten aufgeregt. „Ja, ein Streik ist die Lösung. Lasst uns streiken. Verweigern wir uns dem Eierlegen.“

Das Geschnatter und Gegackere überschlug sich. Der Ordnung halber musste Mia einschreiten. Mit krächzender Stimme mahnte sie zur Ruhe. „Gemach, ihr Hühner, gemach. Noch haben wir nicht gewonnen. Erst müssen wir mit dem Bauern sprechen.“

Mia befahl dennoch: „Bis auf weiteres herrscht in Hühneregg Eierstreik. Verstanden, Hühner!“

Alle Hühner nickten.

„Klar, Mia. Kein Ei mehr, bis Jiggollo wieder hier ist.“

Unter der Leitung von Glucke Mia begab sich eine Gruppe Hühner zum Bauern in die Küche, der sich gerade eine große Portion Spiegeleier schmecken ließ. Der Bauer wurde ungern beim Frühstücken gestört. Deshalb fauchte er die Hühner an: „Was wollt ihr? An die Arbeit. Legt gefälligst Eier.“

Die Glucke Mia ließ sich aber nicht entmutigen, stellte sich in Positur und spreizte ihr Gefieder. Dann forderte sie: „Entweder darf Jiggollo wieder zurück nach Hühneregg oder die Hühner aus Hühneregg legen kein einziges Ei mehr.“ Um ihre Forderung zu unterstreichen, schnatterte sie „Gack, gack!“

Dem Bauern blieb der Mund offen stehen. „… wa… waa… waasss…? Keine Eier mehr.“

„Nie mehr, bis Jiggolo wieder da ist. Gack. Gack!“

Der Bauer überlegte. Zupfte sich seinen Ziegenbart und spießte den letzten Rest Spiegelei auf die Gabel. Ihm blieb keine Wahl.

Und weil Ostern vor der Tür stand und der Bauer so gerne Spiegeleier aß, durfte Jiggollo wieder nach Hühneregg zurückkommen.

*

Hans Seldron: Des Osterhasen Missgeschick

Des Osterhasen Missgeschick

© Hans Seldron

Es baut ein Nest der Osterhas
in frischem, grünem Moose.
Da sticht ihn etwas in die Nas‘ –
der Stachel einer Rose.

Er schreit laut auf
und in seinem Zorn
tritt er mit dem Hinterlauf
in einen Schlehendorn.

Wütend springt er in die Höh‘
und zu seinem Schrecke
landet er – o weh! –
in einer Brombeerhecke.

Mit Müh und Not kämpft er sich frei
und springt rasch zur Seite.
Da schlägt er mit dem Kopf – o wei! –
gegen eine Trauerweide.

Nun wird’s dem Hasen doch zu bunt,
er zertrampelt alle Eier.
In diesem Jahr aus diesem Grund
entfällt die Osterfeier.

*

Martina Decker: Brot und Kunst

Brot und Kunst

© Martina Decker

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Eier malen ohne Spaß

Tupfen, Zacken, streng geformt
Jedes Muster DIN genormt
Jede Farbe vorgegeben
Produktion nach Regeln eben

Gerne wär’ er kreativ
Grade Linien auch mal schief
Farben bunt vermischt
Oder wild verwischt

Doch das ist hier klar verboten
Das, was zählt, sind nur die Quoten
Ein Ei gleich dem andern
Sollen in den Handeln wandern

Hätte er das nur geahnt
Hätte irgendwer ihn mal gewarnt
Niemals hätt’ er zugesagt
Als man damals angefragt

Kunst verträgt sich nicht mit DIN-Norm
Geht mit solchen Quoten nicht konform
Fast schon, dass es unzumutbar ist
So zu malen, wenn man Künstler ist

Maulend sitzt ein kleiner Has’
Irgendwo im grünen Gras
Doch man muss von irgendetwas leben …
Hier von DIN-genormten Ostereiern eben

*

Wann feiern wir Ostern?

Ostern ist bekanntlich ein beweglicher Feiertag. Im Gegensatz zu Heiligabend zum Beispiel, der immer auf den 24. Dezember fällt, fällt Ostern nicht auf bestimmtes Datum. Trotzdem muss man natürlich wissen, wann Ostern ist.

Auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern an dem Sonntag gefeiert wird, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn folgt. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Erst muss mal der Frühling begonnen haben, dann warten wir bis zum ersten Vollmond und am drauf folgenden Sonntag feiern wir Ostern (was ist eigentlich, wenn der Vollmond auf einen Sonntag fällt?). Aus dieser Festlegung ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert wird.

In diesem Jahr (2009) fällt der Ostersonntag auf den 12. April, Ostern liegt also relativ spät. Das ist gut so, denn durch den ewig langen Winter wäre Ostern bei einem frühen Termin noch sehr kahl gewesen. So bleibt die Hoffnung, dass die Natur bis Ostern zu voller Frühlingspracht erwacht sein wird.

Zu Nizäa (auch: Nikaia, Nikäa, Nicaia, Nicaea, Nicäa): Eine antike Stadt in Kleinasien (heute: Iznik in der Türkei) . War bereits früh Bischofssitz, seit 451 Sitz eines Metropoliten. In Nizäa fand 325 das erste und 878 das siebte Ökumenische Konzil statt (Quelle: Brockhaus Lexikon).

Und weil wir grade beim Thema Ostern sind – hier kann man
Ostergeschichten und Ostergedichte
kostenlos im Netz lesen.

***

Und dazu gleich noch ein
Buchtipp

Die Füße der Sterne

Patricia Koelle: Die Füße der Sterne

Ein Buch für das gesamte Jahr. Und ein wundervolles Geschenk für sich selbst und andere.